Deutscher Aktienmarkt mit neuen Rekorden

Der deutsche Aktienmarkt hat neue Bestmarken erzielt. Am Vormittag stieg der Dax bei 9424,83 Punkten knapp über sein altes Rekordhoch vom Freitag, zuletzt lag der deutsche Leitindex bei 9412,86 Punkten mit 0,08 Prozent im Plus.

Auch der MDax kletterte im Handelsverlauf gleich mehrfach in zuvor nicht gekannte Höhen - die neue Rekordlatte liegt bei 16 394,38 Punkten. Zuletzt notierte der Index für mittelgroße Werte mit plus 0,36 Prozent bei 16 392,41 Punkten.

Der TecDax drehte nach Verlusten ebenfalls in die Gewinnzone und legte 0,10 Prozent auf 1156,06 Punkte zu. In der Eurozone dämpften vor allem schwache Konjunkturdaten aus Spanien etwas die Stimmung - der Leitindex EuroStoxx 50 fiel um 0,23 Prozent.

Anleger hielten sich in einem ruhigen Handel am deutschen Aktienmarkt dennoch eher zurück. Die Märkte warteten auf Impulse durch den offiziellen US-Arbeitsmarktbericht am Freitag, sagte Marktanalyst Arkadius Barczynski vom Broker GKFX.

Aktien von ThyssenKrupp rutschten mit 8,56 Prozent ins Minus. Zusammen mit einem erneuten Milliardenverlust für das abgelaufene Geschäftsjahr 2012/13 (Ende September) hatte das Unternehmen Pläne für eine am Markt bereits erwartete Kapitalerhöhung bestätigt. Diese belaste den Aktienkurs weiter, sagte ein Händler.

Analysten und Händler zeigten sich vom Preis für das verkaufte Stahlwerk im US-Bundesstaat Alabama enttäuscht - die erzielten 1,55 Milliarden US-Dollar (1,14 Mrd Euro) lägen am unteren Ende der Erwartungen. Zudem belaste die überraschende Rücknahme einiger Unternehmensteile aus der ehemaligen Edelstahlsparte Inoxum, die an Outokumpu verkauft worden waren.

In der Dax-Spitzengruppe waren K+S zu finden - die Titel legten 1,21 Prozent zu, nachdem der russische Chemiegigant UralChem 20 Prozent am russischen Kali-Weltmarktführer Uralkali übernehmen will. Der Ausstieg von Uralkali aus einem Vertriebsbündnis mit dem weißrussischen Konzern Belaruskali hatte Ende Juli für massive Verwerfungen am Markt für Kalidünger gesorgt.

Deutsche Telekom verloren 0,30 Prozent. Händler hatten zuvor auf einen Bericht des «Handelsblatts» als mögliche Stütze verwiesen. Demnach plant die Telekom-Tochter T-Systems bis zu 6000 Stellen zu streichen, Gewerkschaften fürchten sogar bis zu 8000 Stellen. Der Jobabbau wäre Folge eines radikalen Umbaus der Tochter. Ein Telekom-Sprecher bezeichnete die Zahlen auf Anfrage der dpa zwar als «Spekulation», bestätigte aber Umbaupläne.

Am deutschen Rentenmarkt stieg die durchschnittliche Rendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 1,38 auf 1,41 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,10 Prozent auf 133,83 Punkte. Der Bund-Future verlor 0,13 Prozent auf 141,46 Punkte. Der Euro gab nach. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,3536 (Freitag: 1,3611) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7388 (0,7347) Euro