Deutscher Aktienmarkt startet schwächer

Der deutsche Aktienmarkt ist wegen belastender Vorgaben aus Übersee am Mittwoch mit Verlusten in den Handel gestartet. Der Dax verlor zum Auftakt 0,34 Prozent auf 8917 Punkte.

Der MDax fiel um 0,17 Prozent auf 15 783 Punkte. Der TecDax gab 0,44 Prozent auf 1118 Punkte ab. Am Vortag hatte es im Leitindex wie auch beim MDax und dem Kleinwerteindex SDax Rekordmarken gegeben - der TecDax schloss auf dem höchsten Stand seit Februar 2002. Der Dax legte die neue Messlatte auf über 8987 Punkte. In der Eurozone ging es am Mittwoch zunächst ebenfalls abwärts: Der EuroStoxx 50 stand um 0,68 Prozent tiefer bei 3025 Punkten.

Aktien der Deutschen Bank verloren nach dem Start mehr als ein Prozent. Händler machten einen Medienbericht über angebliche Strafzahlungen der niederländischen Rabobank im Libor-Skandal als Grund aus. Die Niederländer müssen demnach für einen Vergleich im Rechtsstreit mit amerikanischen und britischen Behörden laut Informationen aus Kreisen rund 1 Milliarde US-Dollar auf den Tisch legen.

Eine Strafe in dieser Höhe läge deutlich über den Schätzungen von Analysten, kommentierte ein Händler die Zahl. Entsprechend negativ wäre das Signal für andere Banken, deren mögliche Beteiligung an einer Manipulation des Referenzzinssatzes Libor untersucht werde. Zudem hatte die Europäische Zentralbank angekündigt, vor dem Start der europäischen Bankenaufsicht die Bilanzen von 124 Geldhäusern im Euro-Raum genau durchleuchten zu wollen.

Papiere von Infineon verloren einmal mehr wegen schwacher Zahlen von Wettbewerbern. Die Aktien fielen um knapp ein Prozent. Der enttäuschende Ausblick des Halbleiterkonzerns Broadcom auf das Schlussquartal sowie unerwartet schwache Resultate des Chipherstellers STMicroelectronics trübten auch die Stimmung der Infineon-Anleger.

Bereits am Vortag hatten die Papiere des deutschen Halbleiterkonzerns mit einem Verlust von mehr als zwei Prozent unter schwachen Resultaten des Rivalen Texas Instruments gelitten.