Deutscher Aktienmarkt träge zwischen Gewinnen und Verlusten

Die Vorsicht vieler Anleger hat am Mittwoch für einen trägen deutschen Aktienhandel gesorgt. Die Indizes pendelten zwischen Gewinnen und Verlusten.

Während der Dax am Nachmittag 0,14 Prozent tiefer bei 9493 Punkten stand, arbeitete sich der MDax mit 0,13 Prozent ins Plus auf 16 612 Punkte. Der TecDax gewann 0,03 Prozent auf 1195 Punkte. Der EuroStoxx 50 verlor 0,14 Prozent.

Vor weiteren wichtigen Wirtschaftsdaten und Einschätzungen der wichtigsten Notenbanken hielten sich viele Anleger zurück, sagten Marktanalysten übereinstimmend.

Auch Beschäftigungszahlen aus den USA reichten nicht aus, um den Markt in eine klare Richtung zu treiben. Die Daten des Arbeitsmarkt-Dienstleisters Automatic Data Processing waren deutlich besser als erwartet ausgefallen, sagte Analyst Ulrich Wortberg von der Helaba.

Papiere der Versorger zeigten sich auffällig schwach. RWE-Aktien verloren am Dax-Ende 1,83 Prozent auf 25,18 Euro, Eon-Titel büßten 0,95 Prozent ein. Ein Händler sagte: «Anleger warteten weiter auf ein positives Signal aus der Politik, das den Sektor wieder in der Gunst der Anleger nach vorne bringt.»

Bankenwerte waren dagegen weiter gefragt. Nach dem sehr schwachen Verlauf 2013 könnte 2014 «das Jahr der Banken» am Aktienmarkt werden, sagte ein Händler. Bereits am Vortag hatten neue Hoffnungen auf eine weitere geldpolitische Lockerung Finanzwerte in den Fokus gerückt. Im Dax kletterte die Commerzbank-Aktie um 3,06 Prozent nach oben.

Tagesgewinner im Dax waren die Papiere von K+S mit plus 4,95 Prozent. In den USA gibt es dem Salzhersteller zufolge derzeit «ein sehr erfreuliches Geschäft». BASF-Aktien wurden dagegen wegen einer Abstufung durch die Investmentbank Merrill Lynch eher gemieden.

Im MDax sprangen Celesio-Aktien mit 5,06 Prozent an die Spitze. Die Angebotsfrist für die Übernahme des Pharmagroßhändlers durch den US-Konzern McKesson läuft ab. Der US-Rivale hatte 23 Euro je Anteil geboten. Ein Händler verwies auf einen Medienbericht, wonach an einer Lösung für die ins Stocken geratene Übernahme gearbeitet wird.

Im SDax drückte eine umfangreiche Aktienplatzierung die Papiere des Gabelstapler-Herstellers Kion um 2,11 Prozent ins Minus. Die Investoren Goldman Sachs und KKR hätten 10,7 Millionen Papiere zu 29,50 Euro verkauft, sagten Händler. Die amerikanischen Unternehmen geben außerdem 3,3 Prozent an Weichai ab. Das chinesische Unternehmen hält aktuell 30 Prozent an Kion. Händler werteten positiv, dass der höhere Streubesitz Chancen für den MDax-Aufstieg erhöht.

Am deutschen Rentenmarkt fiel die durchschnittliche Rendite börsennotierter Bundeswertpapiere auf 1,59 (Dienstag: 1,60) Prozent. Der Rentenindex Rex sank um 0,02 Prozent auf 132,42 Punkte. Der Bund-Future verlor 0,05 Prozent auf 139,75 Punkte. Der Euro fiel. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,3594 (1,3641) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7356 (0,7331) Euro.