Deutscher Automarkt fängt sich allmählich

Der Neuwagenmarkt in Deutschland hat nach Einschätzung der Branche das Schlimmste hinter sich. Im September wurden wieder fast so viele Autos verkauft wie ein Jahr zuvor. Die Bilanz nach neun Monaten fällt aber insgesamt schwach aus. Zuletzt zogen Export und Inlandsproduktion kräftig an.

Deutscher Automarkt fängt sich allmählich
Oliver Berg Deutscher Automarkt fängt sich allmählich

247 199 Personenwagen wurden im vergangenen Monat neu zugelassen, wie das Kraftfahrt-Bundesamt am Mittwoch in Flensburg mitteilte. Das waren 1,2 Prozent weniger als im Vorjahresmonat. «Es ist erkennbar, dass sich der deutsche Markt fängt», kommentierte der Präsident des Verbandes der Automobilindustrie, Matthias Wissmann, die Zahlen.

Auch europaweit dürfte es nach Erwartung der Beratungsgesellschaft Ernst & Young (EY) keine großen Rückgänge mehr geben. «Schlimmer wird es also nicht mehr werden. Im kommenden Jahr könnte es dann wieder leicht aufwärtsgehen», sagte EY-Autoexperte Peter Fuß. Dennoch rechne er auch 2014 mit einem weiteren sehr schwierigen Jahr für die europäische Branche: «Die Absatzkrise ist noch lange nicht vorüber.»

In Deutschland rollten von Januar bis September insgesamt 2,22 Millionen Neufahrzeuge auf die Straßen. Dies entspricht einem Minus von 6,0 Prozent verglichen mit den ersten neun Monaten 2012.

Die Ausfuhren und die Produktion im Inland lagen nach drei Quartalen fast genau auf dem Niveau des Vorjahres: 3,14 Millionen Pkw wurden exportiert, 4,09 Millionen hergestellt. Dabei half der starke Monat September, in dem der Export um 15 Prozent und die Produktion um 14 Prozent stiegen.

Unter den Auto-Neuzulassungen deutscher Marken wies Opel mit plus 13,2 Prozent im September den deutlichsten Zuwachs zum Vorjahresmonat auf. Ford und Porsche (jeweils plus 1,2 Prozent), Mercedes (plus 0,9) und Audi (plus 0,7) legten im September dagegen nur leicht zu.

Einen Rückschlag gab es für den Mini, von dem 33,8 Prozent weniger Modelle als im September 2012 erstmals angemeldet wurden. Einbußen mussten auch Smart (minus 6,6 Prozent), BMW (minus 3,9) und VW (minus 2,2) hinnehmen. Mit einem Anteil von 20,3 Prozent an allen Pkw blieb Volkswagen die beliebteste Automarke.