Deutscher Bankdaten-Dieb in der Schweiz zu Gefängnis verurteilt

Ein geständiger Bankdaten-Dieb aus Deutschland ist in der Schweiz zu einer dreijährigen Gefängnisstrafe verurteilt werden.

Das Bundesstrafgericht in Bellinzona befand den 54-jährigen IT-Techniker am Donnerstag der Wirtschaftsspionage, der Verletzung des Bank- und Geschäftsgeheimnisses sowie der Geldwäscherei für schuldig. Ein Teil der Haftstrafe wird zur Bewährung ausgesetzt.

Der Computerexperte hatte laut Anklage rund 2700 Datensätze von Kunden der Zürcher Privatbank Julius Bär gestohlen und für 1,1 Millionen Euro an den deutschen Fiskus verkauft. Er war 2012 aufgeflogen und im Juni 2013 angeklagt worden. Die Strafe sei der Schuld des Angeklagten nur recht knapp angemessen, sagte Bundesstrafrichter Daniel Kipfer.

Auf das Strafmaß hatten sich die Staatsanwaltschaft und der Angeklagte im Gegenzug für ein Geständnis geeinigt. Neben der Gefängnisstrafe sollen Bankguthaben des Mannes in Höhe von umgerechnet rund 190 000 Euro, Fahrzeuge sowie Münz- und Uhrensammlungen eingezogen werden. Zudem bestätigte das Gericht Forderungen des Staates nach Wiedergutmachungszahlungen in einer Gesamthöhe von 740 000 Euro. Auch auf diese Summe hatten sich der Angeklagte und die Staatsanwaltschaft zuvor verständigt.

Der frühere externe IT-Mitarbeiter der Bank Julius Bär, der seit 2005 in der Schweiz lebt, gestand vor dem Bundesstrafgericht erneut seine Schuld ein. Er gab zu, zwischen Oktober und Dezember 2011 rund 2700 Datensätze vermögender deutscher sowie niederländischer Kunden illegal gesammelt zu haben. Im Gegensatz zu Deutschland hatten die niederländischen Behörden den Kauf gestohlener Daten abgelehnt.

Von den 1,1 Millionen Euro, die dem IT-Techniker für die deutschen Kundendaten zugesagt worden waren, bekam er nur einen Teil ausgezahlt. 680 000 Euro wurden nach Erkenntnissen der Ermittler vom deutschen Fiskus gleich einbehalten, um eine früher in Deutschland aufgelaufene Steuerschuld zu begleichen. Außerdem sollen dem Fahnder für dessen «Vermittlungsdienste» 220 000 Euro gezahlt worden sein.