Deutscher Erzbischof Rauber wird Kardinal

Papst Franziskus ernennt heute 20 neue Kardinäle, darunter auch den deutschen Erzbischof Karl-Josef Rauber. Die Kirchenmänner aus 18 Ländern werden in einer feierlichen Zeremonie im Petersdom in das Amt des ranghöchsten Würdenträgers der katholischen Kirche nach dem Papst erhoben.

Deutscher Erzbischof Rauber wird Kardinal
Daniel Naupold Deutscher Erzbischof Rauber wird Kardinal

Auch der emeritierte Papst Benedikt XVI. nimmt nach Angaben von Radio Vatikan auf Einladung von Franziskus an der Zeremonie teil. Es ist einer der wenigen öffentlichen Auftritte des 87-Jährigen seit seinem Rücktritt im Februar 2013.

Der 80 Jahre alte emeritierte Vatikan-Diplomat Rauber gehört zu den fünf neuen Kardinälen, die bereits über 80 Jahre alt sind und damit nicht an einem Konklave zur Wahl eines neuen Papstes teilnehmen dürfen. Rauber ist der zehnte deutsche Kardinal. Der in Nürnberg geborene Rauber lebt mittlerweile auf der Schwäbischen Alb nahe Rottenburg. Er war lange Vatikan-Diplomat und leitete Anfang der 90er Jahre auch die Päpstliche Diplomatenakademie in Rom.

Die 20 neuen hohen Berater des Pontifex stammen aus Ländern wie den Kapverdischen Inseln, Myanmar, Tonga und Äthiopien. Sechs Länder sind damit laut Radio Vatikan erstmals im Kollegium der rund 200 Kardinäle vertreten. Insgesamt werden sieben Europäer, drei Asiaten, fünf Süd- oder Lateinamerikaner, drei Afrikaner und zwei Bischöfe aus Ozeanien zu neuen Kardinälen ernannt. Die römische Kurie ist nur mit dem Franzosen Dominique Mamberti vertreten.

Franziskus bleibt damit einer seiner Leitideen treu und geht auch bei der Auswahl neuer Kardinäle an die Ränder seiner Kirche. Schon bei der Bekanntgabe der 20 Namen hatte der Argentinier gesagt, dass die Kardinäle die Verbindungen zwischen Rom und den Kirchen in der Welt festigen sollten. Für Franziskus ist es das zweite Konsistorium seit seinem Amtsantritt vor knapp zwei Jahren. Am Sonntag feiert der Papst mit den alten und neuen Kardinälen noch eine Messe.