Deutsches Rotes Kreuz: Die Überlebenden brauchen Trinkwasser

Nach dem verheerenden Taifun auf den Philippinen sind internationale Hilfen für die Überlebenden angelaufen. Auch das Deutsche Rote Kreuz (DRK) kümmert sich mit Hochdruck um die Opfer.

Im Interview der Nachrichtenagentur dpa gab der Leiter für Internationale Zusammenarbeit beim DRK, Christof Johnen, Auskunft.

Frage: Was hat das Deutsche Rote Kreuz bereits für die Überlebenden der Taifun-Katastrophe auf den Philippinen organisieren können?

Antwort: Wir konnten sehr schnell reagieren, da das Deutsche Rote Kreuz seit 2008 mit eigenen Leuten auf den Philippinen vertreten ist und wir eng mit der dortigen Schwesterorganisation zusammenarbeiten. Ein erster Hilfskonvoi wurde auf den Weg gebracht. Es sind drei Tankfahrzeuge, die jeweils 10 000 Liter Trinkwasser in Tacloban verteilen. Wir haben die Fahrzeuge vor Ort für längere Zeit gemietet. Auch eine Wasser-Aufbereitungsanlage ist unterwegs.

Frage: Plant das DRK auch Hilfsflüge von Deutschland aus?

Antwort: Das macht im Moment noch keinen Sinn, Hilfsgüter loszuschicken, wenn wir nicht genau wissen, wie sie in die betroffenen Regionen transportiert werden können. Straßen, See- und Flughäfen sind stark beschädigt. Wir könnten die Ladungen derzeit nur auf den Flughafen von Manila stellen - doch da helfen sie den Menschen nicht.

Frage: Muss damit gerechnet werden, dass Überlebende massenhaft sterben, weil die Bedingungen so schwierig sind und Menschen nicht schnell genug Hilfe bekommen?

Antwort: Nein, das denke ich nicht. Kritisch für jeden Menschen ist aber Wasser. Es wird niemand so schnell verhungern. Aber wer drei Tage lang kein Trinkwasser bekommt, der ist in Lebensgefahr, in akuter Lebensgefahr. Deshalb ist die Versorgung mit Trinkwasser ein Schwerpunkt. Menschen sterben nach Katastrophen auch häufig an Durchfallerkrankungen. Wenn dann noch Atemwegsinfektionen hinzukommen, kann es gefährlich werden - aber das sehen wir im Moment nicht.