Deutschland als Einwanderungsland besser als sein Ruf

Die Bundesrepublik ist nach Expertenansicht als Einwanderungsland weit fortschrittlicher als öffentlich wahrgenommen.

Deutschland als Einwanderungsland besser als sein Ruf
Boris Roessler Deutschland als Einwanderungsland besser als sein Ruf

Im Vergleich mit anderen klassischen Einwanderungsstaaten wie Kanada oder den USA schneidet Deutschland demnach gut ab und hat zum Teil selbst eine Vorreiterrolle übernommen. Das geht aus einem Gutachten hervor, das der Sachverständigenrat deutscher Stiftungen für Integration und Migration am Dienstag in Berlin vorlegte.

«Deutschland reiht sich im internationalen Vergleich in die Riege fortschrittlicher Einwanderungsländer ein», sagte die Vorsitzende des Sachverständigenrats, Christine Langenfeld. «Wir sind besser als wir glauben.» Deutschland habe in vielen Bereichen aufgeholt. In der politischen Debatte werde das aber häufig übersehen.

Das gute Abschneiden bedeute aber nicht, dass sich Deutschland zurücklehnen könne. «Es fehlt nach wie vor eine migrationspolitische Gesamtstrategie», sagte sie. Nötig sei etwa, künftige Herkunftsländer von Zuwanderern zu identifizieren und dort um Menschen zu werben. «Deutschland muss sich international, aber auch nach innen noch sehr viel stärker und glaubwürdig als Einwanderungsland definieren und positionieren», mahnte Langenfeld. «Brennende Asylheime sind ein verheerendes Signal.» Die Politik müsse mehr erklären und klarmachen, dass Zuwanderung wegen der Alterung der Gesellschaft nötig sei.

Der Sachverständigenrat ist ein unabhängiges Gremium von Wissenschaftlern zu Integrations- und Migrationsthemen.