Deutschland schwitzt - Wetterdienst sagt Abkühlung voraus

Tropenhitze in Deutschland: Im Zoo schlecken Tiere Wassereis, an den Rutschen im Schwimmbad herrscht Gedränge und in den Büros laufen die Klimaanlagen mit Volldampf.

Deutschland schwitzt - Wetterdienst sagt Abkühlung voraus
Rainer Jensen

Für Mittwoch hat der Deutsche Wetterdienst (DWD) den bislang heißesten Tag des Jahres mit bis zu 38 Grad Celsius vorhergesagt - doch Abkühlung ist schon im Anmarsch.

«Absehbar wird es erstmal nicht mehr so heiß», sagte DWD-Meteorologe Marcus Beyer am Dienstag in Offenbach. Zum Freitag sollen die Temperaturen um durchschnittlich zehn Grad fallen. «Wie lange das anhält, kann man im Moment noch nicht mit Bestimmtheit sagen», fügte er hinzu. Solche Temperaturwechsel gehörten aber zum Sommer dazu. «Es ist eher ungewöhnlich, wenn man jetzt mehrere Tage oder Wochen Dauerhitze hat.» Der Sommer sei nicht verloren. Bis zum September, meinte der Wetterexperte, «haben wir noch viel Zeit».

  Bislang brachte heiße Luft aus Nordafrika Sommerfeeling mit Tropennächten nach Deutschland. Am heißesten war es laut DWD in der Nacht zum Dienstag im südhessischen Michelstadt-Vielbrunn - die Thermometer sanken dort nicht unter 22,5 Grad. Am Dienstag schätzte der DWD etwa in Nordrhein-Westfalen die Temperaturen tagsüber in der prallen Sonne auf rund 50 Grad.

Im Zoo gab es Wassereis für die Tiere. «Im Zoo Landau bekommen die Schimpansen Susi und Gerti gefrorenen Fruchtsaft am Stiel», sagte Zoodirektor Jens-Ove Heckel. Wasser-Eisbomben aus einem Zehn-Liter-Eimer gibt es im saarländischen Zoo Neunkirchen für die Braunbären - mit Fisch oder Frucht, wie ein Tierpfleger sagte. Ganz cool gehen die Eisbären in der Stuttgarter Wilhelma mit der Tropenhitze um: «Die Eisbären legen sich sogar in die Sonne», sagte Wilhelma-Zoologin Ulrike Rademacher.

Mit der Sommerhitze sind auch Gefahren verbunden, etwa wegen hoher Ozonwerte. Die Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg hat in Baden-Baden schon erhöhte Werte gemessen. Besonders nachmittags und abends sollen sich Menschen nicht ungewöhnlich körperlich anstrengen, dann treten die höchsten Ozonwerte auf.

Das hessische Sozialministerium riet Pflegekräften, darauf zu achten, dass ältere Menschen genug trinken. Auch wer Angehörige zu Hause pflege, solle besonders achtsam sein. In Hessen wurde sogar die Hitzewarnstufe ausgerufen. Sozialminister Stefan Grüttner (CDU) riet: «Halten Sie sich in kühlen Räumen auf, vermeiden Sie körperliche Aktivitäten, halten Sie die Fenster tagsüber geschlossen und öffnen Sie sie erst nachts zum Lüften.» Die Warnstufe wird ausgerufen, wenn über drei Tage eine gefühlte Temperatur von 32 Grad zu erwarten ist.

Am Donnerstag ziehen laut DWD von Westen Schauer und Gewitter auf. Die Wetterexperten rechnen dann mancherorts mit Sturmböen, Starkregen und Hagel. «Der Donnerstag wird wohl ein Unwetter-Tag in einigen Regionen», sagte Beyer. Nur im Osten bleibe es zunächst freundlich.