Deutschland startet mit Silber und Bronze in Bahnrad-EM

Im Teamsprint der Frauen jagen Miriam Welte aus Kaiserslautern und Kristina Vogel aus Erfurt weiter ihrem ersten EM-Titel hinterher. Die Olympiasiegerinnen von 2012 und dreimaligen Weltmeisterinnen (2012, 2013, 2014) mussten sich im Finale von Grenchen wie im Vorjahr den Russinnen beugen.

In 32,443 Sekunden lagen Anastasija Woinowa und Daria Schmelewa klar vor Welte/Vogel (33,013). Bronze ging an die Niederlande. «Mit der Vorgeschichte sind wir noch sehr gut bedient», resümierte ein nicht unzufriedener Bundestrainer Detlef Uibel. «Dass Welte überhaupt am Start stand, war am Dienstag noch nicht zu erwarten.» Die 28-Jährige hatte sich in der Vorbereitung in Frankfurt (Oder) beim Teekochen Verbrennungen zweiten Grades am rechten Fuß zugezogen.

Nach fünf Titeln in Folge holten im Teamsprint der Männer Robert Förstemann (Gera), Max Niederlag und Joachim Eilers (beide Chemnitz) die Bronzemedaille in 43,210 Sekunden gegen Frankreich (43,794). Vor allem mit der Qualifikation am Vormittag war Bundestrainer Uibel unzufrieden und schickte den Cottbuser Maximilian Levy deshalb vorzeitig für Eilers ins Hotel. «Unser Anspruchsniveau ist ein anderes», sagte Uibel mit Blick auf alle drei Positionen. Europameister wurde überraschend die Niederlande, die vom Erfurter Rene Wolff trainiert wird.

Der Bahnvierer der Männer musste sich nach Silber im Vorjahr in Grenchen mit Platz fünf begnügen. Leon Rohde (Wedel), Nils Schomber (Neuss), Kersten Thiele (Sinsheim) und Domenic Weinstein (Bad Dürrheim) steigerten sich von Runde zu Runde und besiegten im letzten Lauf in 4:00,933 Minuten Russland (4:01,299). Europameister wurde Großbritannien mit dem ehemaligen Tour-de-France-Sieger Bradley Wiggins. Das vom Deutschen Heiko Salzwedel gecoachte Team brillierte mit der Weltklasse-Zeit von 3:55,243.

«Die Platzierung ist sicher etwas hinter den Erwartungen», sagte Bundestrainer Sven Meyer. «Die Zeiten waren auch in Ordnung. Wir konnten nur die starken Einzelleitungen aus dem Training noch nicht im Vierer umsetzen», erklärte der 30-Jährige. Vorrangiges Ziel bleibe, sich erstmals seit 2004 wieder für die Olympischen Spiele zu qualifizieren. «Und da sind wir durch Platz fünf nicht in Zugzwang geraten», sagte Meyer.

Im Bahnvierer der Frauen belegte das deutsche Quartett mit Charlotte Becker (Berlin), Mieke Kröger (Bielefeld), Gudrun Stock (München) und Debütantin Lisa Klein (Lauterbach) in 4:33,098 Minuten den achten Platz. Die Olympia-Teilnahme in Rio wird vermutlich bis zum letzten Rennen bei der WM im März in London fraglich bleiben. «Großbritannien fährt weiter vorne weg, der Rest ist noch enger zusammengerückt. Wir haben bei den Zeiten leider keinen Schritt nach vorn gemacht», sagte Bundestrainer André Korff. Gold ging an Großbritannien in 4:17,010 Minuten.