Deutschlands große Wirtschaftsbranchen zuversichtlich

Die Weltwirtschaft gewinnt an Schwung, die Euro-Schuldenkrise ist vorerst eingedämmt und die Verbraucher in Deutschland sind in Konsumlaune.

Deutschlands große Wirtschaftsbranchen zuversichtlich
Bodo Marks Deutschlands große Wirtschaftsbranchen zuversichtlich

Die großen Branchen rechnen daher 2014 mit besseren Geschäften - egal ob Maschinenbau, Chemie oder Elektro. Selbst der seit Jahren schwächelnde Automarkt in Westeuropa soll wieder Fahrt aufnehmen. Unsicherheit herrscht hingegen in der Finanzwelt - die Europäische Zentralbank knöpft sich europäische Großbanken für einen Bilanzcheck vor. Wichtige Branchen im Überblick:

AUTOINDUSTRIE: Der Ausblick in der deutschen Autoindustrie ist rundweg positiv: In China und den USA boomt das Geschäft weiter, selbst in Westeuropa soll es erstmals seit vier Jahren wieder aufwärts gehen. Der Branchenverband VDA rechnet mit einem leichten Plus von 2 Prozent auf 11,6 Millionen Neuzulassungen in Westeuropa.
2014 dürften die deutschen Hersteller weltweit 14,7 Millionen Autos produzieren, das wären 500 000 oder 3,5 Prozent mehr als in diesem Jahr, sagt der VDA voraus. Die Auftragslage ist so gut, dass an einigen Standorten in der Weihnachtszeit Betriebsferien verkürzt oder Sonderschichten gefahren werden.

MASCHINENBAU: Die mittelständisch geprägte Schlüsselbranche blickt nach einem Jahr wieder optimistisch in die Zukunft. Der Branchenverband VDMA erwartet 2014 eine Rekord-Produktion und ein kräftiges Beschäftigungsplus. Optimistisch stimmen die Branche das Ende der Rezession in der Euro-Zone und die guten Konjunkturaussichten für Deutschland. Wenn die Konjunktur mitspielt, könnte in den nächsten Jahren die Schwelle von einer Million Stellen im Maschinenbau überschritten werden.

CHEMIE: Die stabile Inlandsnachfrage und anziehende Geschäfte in Europa sorgen bei der deutschen Chemie-Industrie für Zuversicht - allerdings wachsen die Bäume nicht in den Himmel. Die Branche rechnet 2014 mit einem Umsatzanstieg von 1,5 Prozent auf 191 Milliarden Euro. Im fast abgelaufenen Jahr brachte allein der Inlandsmarkt das Wachstum, während der größere Auslandsumsatz stagnierte. Die Unternehmen erzielten zwar voraussichtlich einen Rekordumsatz von 187,7 Milliarden Euro, der Zuwachs fiel mit 0,5 Prozent aber vergleichsweise gering aus.

FINANZEN: Die Banken stehen vor einem schwierigen Jahr. Die Europäische Zentralbank unterzieht die 124 größten Bank-Konzerne Europas einem Bilanzcheck mit anschließendem Stresstest. Nicht auszuschließen, dass bei einigen Instituten Kapitallöcher gestopft werden müssen. Die Deutsche Bank belasten zudem milliardenschwere Risiken aus juristischen Altlasten. Auch die Aussichten sind mau, das Führungsduo Anshu Jain/Jürgen Fitschen sieht «weitere Herausforderungen». Bei der teilverstaatlichten Commerzbank wächst nach zuletzt guten Zahlen die Hoffnung auf bessere Zeiten.

ELEKTRO/ELEKTRONIK: Steigende Auftragseingänge lassen die deutsche Elektroindustrie auf ein leichtes Wachstum im kommenden Jahr hoffen.
Der Branchenverband ZVEI glaubt, dass die preisbereinigte Produktion um zwei Prozent zulegt. Der Umsatz werde um rund 4 Milliarden auf knapp 170 Milliarden Euro steigen. Die zweitgrößte deutsche Industriebranche mit 842 000 Beschäftigten bleibt mit ihrer Entwicklung aber weiterhin deutlich unter dem Vorkrisenniveau. Die Auftragseingänge der Elektrobranche seien in den ersten zehn Monaten 2013 um 2,1 Prozent gegenüber Vorjahr gestiegen, im Oktober habe es sogar ein Bestellplus von sechs Prozent gegeben.