DFB-Novum: Sperre gegen Huntelaar auch zur Bewährung

Das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) spricht bei seinem Urteil gegen Schalkes Klaas-Jan Huntelaar erstmals auch eine Bewährungsstrafe aus.

Das Gremium sperrte den Stürmer des Bundesligisten «wegen einer Tätlichkeit» für sechs Spiele, von denen er jedoch zunächst nur vier absitzen muss. Die übrigen zwei Partien soll der niederländische Nationalspieler nur verbüßen müssen, wenn er bis zum 30. Januar 2016 erneut eine Rote Karte erhält. Huntelaar, der zudem eine Geldstrafe in Höhe von 15 000 Euro zahlen soll, wäre demnach im Revierderby am 28. Februar bei Borussia Dortmund wieder spielberechtigt.

«Grundsätzlich gibt es bei Spielsperren keine Bewährung. Dabei wird es auch in Zukunft bleiben», sagte Hans E. Lorenz, Vorsitzender des DFB-Sportgerichts. «Bei besonders langen Sperren wie in diesem Fall ist aber die Möglichkeit zu prüfen, ob ein Teil der Sperre zur Bewährung ausgesetzt werden kann, wenn der Spieler nicht vorbelastet ist.» Der Kontrollausschuss hatte sechs Spiele Sperre ohne Bewährung gefordert.

Die Möglichkeit einer Bewährungsstrafe geht auf einen Beschluss des DFB-Bundestages vom Oktober 2013 zurück. Wie ein Verbandssprecher am Mittwoch bestätigte, ist eine Sperre auf Bewährung erst seit dieser Spielzeit möglich. Die Art der Strafe für Huntelaar könnte also zum Maßstab für künftige Fälle werden. Obwohl sich der Verein bis Mittwochmittag noch nicht zum Strafmaß und dem weiteren Vorgehen geäußert hatte, ist davon auszugehen, dass er innerhalb der gesetzten Frist von 24 Stunden eine mündliche Verhandlung beantragen wird.

Schalke hatte bereits vor dem Urteil angekündigt, eine solch lange Strafe nicht zu akzeptieren. «Wir sind nicht der Ansicht, dass es sich nicht um eine Tätlichkeit handelt. Das passt auch gar nicht zu Klaas-Jan. Sicherlich war die Rote Karte berechtigt, aber eine Sperre von sechs Spielen ist aus unserer Sicht eine deutlich zu hohe Strafe», hatte Manager Horst Heldt am Dienstag erklärt.

Huntelaar war am vergangenen Samstag im Spiel gegen Hannover 96 nach einem groben Foulspiel an Gegenspieler Manuel Schmiedebach in der 85. Minute von Schiedsrichter Sascha Stegemann des Feldes verwiesen worden. Auf der Schalker Internetseite hatte Huntelaar den Platzverweis anerkannt, eine Tätlichkeit aber bestritten. «Nach Betrachten der Bilder muss ich sagen, dass der Schiedsrichter es richtig gesehen hat. Ich habe mich in dieser Situation verkalkuliert», wurde der 31-Jährige dort zitiert. Inzwischen hat Schalke diese Erläuterung des Niederländers von der Internetseite wieder gelöscht.