DFB-Team: Italien-Einstimmung vorm Fernseher

les-Bains (dpa) - Die Einstimmung auf Angstgegner Italien begann für Deutschlands aufdrehende EM-Kicker vorm Fernseher.

DFB-Team: Italien-Einstimmung vorm Fernseher
Laurent Dubrule DFB-Team: Italien-Einstimmung vorm Fernseher

«Man schaut sich den Gegner schon konzentriert an und versucht, sich die aktuellen Stärken und auch Schwächen ganz genau anzuschauen», verriet Kapitän Bastian Schweinsteiger darüber, wie ein Fußballabend im Teamquartier der deutschen Nationalmannschaft in Évian-les-Bains abläuft.

Zunächst sahen die DFB-Kicker das starke 2:0 der Italiener gegen den entthronten Europameister Spanien. Auch Joachim Löw sah dabei «imponierende» Italiener. «Ich glaube, dass die beiden bislang besten Mannschaften des Turniers jetzt gegeneinander spielen», sagte der Bundestrainer zum anstehenden Viertelfinalduell am kommenden Samstag (21.00 Uhr) in Bordeaux.

Vor der Bettruhe wurden die deutschen Spieler dann noch Zeuge des nicht erwarteten 2:1 von Außenseiter Island gegen England. Der Weg ins EM-Finale wurde mit der letzten Achtelfinal-Partie klar: Zunächst muss Deutschland den Turnierfluch gegen Italien brechen. In bislang acht Partien bei WM- oder EM-Endrunden gab es nämlich noch keinen Sieg. Und dann würde im Halbfinale am 7. Juli in Marseille Gastgeber Frankreich oder das isländische Sensationsteam warten. «Wir werden jetzt mehr gefordert», erklärte Nationaltorhüter Manuel Neuer.

Gegen Italien gilt diese Voraussage garantiert. Der Respekt ist groß, zumal ein Großteil der aktuellen Turnierspieler auch das bittere 1:2 gegen die Italiener im Halbfinale der EM-Endrunde 2012 in Warschau aktiv miterlebte. Abwehrboss Jérôme Boateng zählte die Qualitäten des ebenfalls viermaligen Weltmeisters auf. «Die Italiener sind taktisch super geschult. Auf Zentimeter genau stimmen da die Abstände. Sie arbeiten als Team zusammen und setzen Nadelstiche.»

Löw nimmt die Herausforderung an. «Ich freue mich drauf, weil Italien die älteste Mannschaft ist und wir die jüngste sind. Es gab immer viele intensive Duelle», sagte der Bundestrainer gespannt. «Italien hat Spieler, die sind geschult in der Defensive. Aber sie haben auch schnelle Offensivspieler, spielen klasse nach vorne.» Umgekehrt habe sein Team «bislang in der Defensive überzeugt» und beim 3:0 gegen die Slowaken endlich auch nach vorne überzeugender und effektiver agiert.

«Deutschland hat immer verloren bei den Turnieren gegen Italien. Jetzt haben wir die Chance, das mal umzudrehen», sagte Löw zum Reiz des 34. Aufeinandertreffens. Ende März gelang der Nationalelf dabei in München beim 4:1 der erst achte Sieg. Es war nur ein Testspiel.

Bevor am Mittwoch die Vorbereitung auf den Viertelfinal-Kracher in Évian-les-Bains anläuft, lässt Löw seine Spieler noch mal faulenzen. «Wir müssen topfit und frisch sein», begründete Löw den freien Dienstag. «Die Mannschaft soll die Akkus noch einmal aufladen.»