DFB-Team will jetzt auch ins Finale

Nach dem Happy End im Elfmeterkrimi gegen Italien wollen sich die deutschen Fußballer trotz einiger Ausfälle mit aller Macht die EM-Krone aufsetzen. «Jetzt wollen wir natürlich auch mehr», verkündete Bundestrainer Joachim Löw am Tag nach dem Einzug ins Halbfinale.

DFB-Team will jetzt auch ins Finale
Arne Dedert DFB-Team will jetzt auch ins Finale

Unabhängig, ob am Sonntag Gastgeber Frankreich oder Außenseiter Island nachzieht und am Donnerstag Gegner im Semifinale sein wird, ist das Finale das klare Ziel der Weltmeister-Spieler.

«Wenn man im Halbfinale steht, will man auch ins Endspiel nach Paris», sagte Torhüter Manuel Neuer. Allerdings gibt es vor allem Sorgen im Defensiv-Bereich. Innenverteidiger Mats Hummels fällt wegen einer Gelbsperre sicher aus. Und für Sami Khedira ist das EM-Turnier nach Informationen des Fußball-Magazins «Kicker» sogar ganz vorbei.

Demnach hat der defensive Mittelfeldakteur im Italien-Spiel zumindest einen Anriss im Adduktorenbereich des linken Oberschenkels erlitten. Damit könnte Khedira weder am Donnerstag im Halbfinale in Marseille noch im möglichen Endspiel am Sonntag in Saint-Denis dabei sein. Vom Deutschen Fußball-Bund gab es zunächst keine Bestätigung. Genaue Erkenntnisse sollte eine Kernspin-Untersuchung am Sonntag bringen.

Der Fußball-Krimi gegen Italien hat wie erwartet den TV-Quotenrekord des Jahres verbessert. 28,32 Millionen Fans sahen am Samstagabend die Live-Übertragung der ARD aus Bordeaux. Sie lag knapp über der Quote beim Achtelfinale gegen die Slowakei von 28,10 Millionen Zusehern.

Der Halbfinal-Einzug der DFB-Auswahl bedeutet für Felix Brych das EM-Aus. Das sehen die Regularien der Europäischen Fußball-Union (UEFA) vor. Der 40 Jahre alte Schiedsrichter aus München darf weder beim Halbfinale zwischen Portugal und Wales am Mittwoch noch beim Finale am kommenden Sonntag pfeifen, nachdem sich das DFB-Team gegen Italien durchgesetzt hatte. Brych kam bei der EM in Frankreich bei drei Partien zum Einsatz und wusste dabei insgesamt zu überzeugen.

Nach dem Viertelfinal-Aus des belgischen Teams gegen Wales (1:3) muss Marc Wilmots wohl sein Amt aufgeben. Der Verband werde «sorgfältige Untersuchungen zum sportlichen und operativen Funktionieren der Nationalmannschaft» durchführen, hieß es. Wilmots selbst ließ seine Zukunft offen: «Stand heute will ich nicht zurücktreten. Aber es ist auf jeden Fall alles möglich», sagte der ehemalige Bundesliga-Profi des FC Schalke 04. Sein Vertrag läuft noch bis 2018.