DHB-Team übt für die WM: Vier Spiele für den Neustart

Die finale Vorbereitung auf die wärmste WM seit 1999 in Ägypten startet für die deutschen Handballer im kühlen Norden. Zwei Länderspiele in Reykjavik am Sonntag (17.00 Uhr) und am Montag (20.30 Uhr) gegen Island sind der erste Härtetest 2015.

DHB-Team übt für die WM: Vier Spiele für den Neustart
Andreas Arnold DHB-Team übt für die WM: Vier Spiele für den Neustart

Knapp zwei Wochen vor der WM vom 15. Januar bis 1. Februar im Golf-Emirat Katar vollzieht Bundestrainer Dagur Sigurdsson in seiner Heimat zudem einen Neustart für die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB). Nach dem Motto: «Neues Jahr, neues Glück» soll das ebenso enttäuschende wie turbulente 2014 vergessen gemacht werden.

«Wir wollen zwei gute Spiele liefern und möglichst auch beide gewinnen», sagte Teammanager Oliver Roggisch, «jeder weiß, dass jetzt zwei harte Spiele auf der Platte stehen. Da werden wir alles geben.» Gerade einmal 36 Stunden nach dem Silvestersekt hatte sich die deutsche Mannschaft am Freitag auf die Reise nach Island gemacht und mit einem ersten Training auf die Duelle der beiden WM-Nachrücker eingestimmt. «Es geht hart zur Sache. So muss es auch sein», sagte Roggisch.

Nicht mit im Flugzeug zur Vulkaninsel war gleich eine ganze Reihe von Spielern, die zum WM-Kader gehören sollten. Die linken Rückraumspieler Finn Lemke wegen Handbruchs und Sven-Sören Christophersen wegen einer Fingerfraktur fallen für das Turnier in Doha aus. In Reykjavik fehlen zudem die Rückraumakteure Tim Kneule und Michael Kraus sowie die Kreisläufer Jacob Heinl und Hendrik Pekeler, die allesamt angeschlagen sind. Dafür holte der Bundestrainer die unerfahrenen Fabian Böhm und Simon Ernst ins Team.

Zwischen dem Auftakt im verschneiten Island und der WM im rund 25 Grad warmen Doha bestreitet die DHB-Auswahl am 9. Januar in Stuttgart und eine Tag darauf in Mannheim jeweils gegen Tschechien ihre Länderspiele drei und vier. Dann könnten zumindest Kneule, Kraus, Heinl und Pekeler zum Team stoßen.

Zum Neustart nach dem verkorksten Jahr 2014 mit der verpassten EM in Dänemark, dem sportlichen Aus in der WM-Qualifikation, dem Bundestrainer-Wechsel von Martin Heuberger zu Dagur Sigurdsson, der umstrittenen WM-Wildcard und dem Hickhack um die Fernsehübertragungen will die deutsche Mannschaft trotz personeller Handicaps für positive Schlagzeilen sorgen. «Die Mannschaft muss es nun als große Chance sehen, eine vernünftige Ausgangsposition für die Olympia-Qualifikation für Rio zu erreichen. Solche Chancen erhält man nicht oft», sagte der scheidende DHB-Sportmanager und Weltmeister-Trainer Heiner Brand.

Die deutsche Mannschaft reist am 13. Januar nach Doha. In der Gruppe D sind Polen, Russland, Dänemark und Saudi Arabien die Vorrundengegner. Die ersten vier Team qualifizieren sich fürs Achtelfinale.