Die Lehren aus dem Großen Preis von China

Nach drei Saisonrennen ist Mercedes-Pilot Nico Rosberg der Formel-1-Konkurrenz weit enteilt. Die Lehren aus dem Großen Preis von China:

Die Lehren aus dem Großen Preis von China
Diego Azubel Die Lehren aus dem Großen Preis von China

Es ist kein Zufall, dass Nico Rosberg die Formel 1 mit weitem Abstand anführt. Als einziger Pilot hat der 30-Jährige in dieser Saison noch keinen groben Fehler gemacht, eine Panne oder einen Unfall erlitten. Mit eiskalter Präzision nutzte Rosberg bislang jede Chance. Der WM-Spitzenreiter ist fokussierter denn je und noch lange nicht fertig. «Es macht keinen Sinn, schon jetzt Bilanz zu ziehen», sagte er in Shanghai. Nun soll die Serie auch in Russland halten.

Dieses China-Wochenende wird Lewis Hamilton schnell hinter sich lassen wollen. Zwei Technik-Pannen, ein Startunfall, Platz sieben und nun 36 Punkte Rückstand auf Rosberg. «Das ist Teil des Motorsports, so etwas schweißt zusammen», sagte der Titelverteidiger. Noch ist der Brite erstaunlich entspannt. Die Zeiten, als er in solchen Phasen schmollte und haderte, scheinen vorbei. Hamilton wird nun hoffen, dass er sein Pech für dieses Jahr schon aufgebraucht hat.

Schon vor dem Rennen hatte Sergio Marchionne, Chef des Ferrari-Mutterkonzerns Fiat, gemahnt: «Das Team weiß, dass die Uhr tickt und wir jetzt ein paar Rennen gewinnen müssen.» Doch der gewachsene Druck macht der Scuderia schwer zu schaffen. Nach zwei Schäden am ans Limit entwickelten Motor verhinderte diesmal ein Startunfall von Sebastian Vettel mit Kimi Räikkönen ein besseres Ergebnis. «Das ist Rennsport», meinte Teamchef Maurizio Arrivabene lakonisch. Die Geduld von Boss Marchionne aber hält nicht ewig.

Das einstige Weltmeister-Team war die Überraschung in China. Platz drei und vier für Daniil Kwjat und Daniel Ricciardo hatte niemand erwartet. Trotz des unterlegenen Motors hielten die Red Bull erstaunlich gut mit der Spitze mit. Design-Superhirn Adrian Newey hat offenbar erneut ein Top-Chassis entwickelt. Wenn nun Mitte Juni noch die nächste Motoren-Ausbaustufe den erhofften Leistungssprung bringt, könnte Red Bull auch Ferrari und vielleicht sogar Mercedes in Bedrängnis bringen.