Die Macht des Inka-Staates - Schau in Stuttgart

Die Inka gelten als raffiniertes Volk. Sie verhinderten Hungersnöte durch gigantischen Anbau in allen Höhenlagen: Bei Überschwemmungen im Tal half die Ernte vom Berg, erfror die Bergernte, griff man auf den Anbau der unteren Terrassen zurück.

Die Macht des Inka-Staates - Schau in Stuttgart
Marijan Murat Die Macht des Inka-Staates - Schau in Stuttgart

Die europaweit erste Inka-Ausstellung öffnet am Wochenende im renommierten Stuttgarter Linden-Museum ihre Pforten.

Neben der verbesserten landwirtschaftlichen Organisation halfen den Inka vor allem neue Verwaltungsstrukturen, aber auch Bespitzelung und Krieg bei der Vergrößerung des Reiches. Mit dem Machtzentrum Cusco in Peru erstreckte sich das Inka-Reich entlang der Anden bis nach Kolumbien und Chile letztlich über fast 5000 Kilometer.

Das Imperium der Inka war im 15. und 16. Jahrhundert damit das größte indigene Reich, das jemals auf amerikanischem Boden erschaffen wurde. Mit raffinierter Planung und ordentlich Machtambitionen wurde der Staat aufgebaut und regiert.

Die Ausstellung «INKA - Könige der Anden» zeigt auf rund 1300 Quadratmetern mehr als 80 Objekte von den Anfängen der Kultur in der Mitte des 11. Jahrhunderts bis in die Kolonialzeit.

«Andere europäische Ausstellungen haben nur wenige Einzelstücke gezeigt», sagte Museumsdirektorin Inés de Castro am Donnerstag in Stuttgart. Man sei sehr stolz, neben Japan sogar weltweit den ersten umfassenden Überblick über die legendäre vorspanische Inka-Kultur zeigen zu können.

Mit interaktiven Elementen und extra für Kinder aufbereiteten Lernstationen werden in der Ausstellung wertvolle Schätze aus der Architektur, der imperialen Religion mit dem Sonnentempel, Krieg, Landwirtschaft und der Verwaltung des Reiches präsentiert. Dazu gehören neben farbenfrohen Textilien, Rekonstruktionen archäologischer Stätten, Opferschalen aus Stein und Goldschmuck.

Mittels Knotenschnüren übermittelten die Inka Lagerbestände, Ernteerträge und Einwohnerdaten detailliert. Das System der «quipu» ist bis heute nicht entschlüsselt. Die Knotenschrift fungierte als Buchhaltungssystem und war relevant für den Aufbau des Reiches.

Die Ausstellung ist bis Mitte März zu sehen.