Die Zuversicht bleibt: «Hoffen das Beste» für Schumacher

Michael Schumachers Familie bleibt zuversichtlich und hofft weiter «das Beste» für den vor fast elf Monaten beim Skifahren schwer verunglückten Formel-1-Rekordweltmeister.

In einer Nachricht auf der neu gestarteten Homepage des siebenmaligen Champions machte sie aber keine Angaben zum genauen aktuellen Zustand Schumachers. Dafür bedankte sich die Familie bei den Fans des erfolgreichsten Piloten in der Königsklasse des Motorsports: «Eure Kraft hilft uns dabei, ihn weiterhin in seinem Kampf zu unterstützen.» Noch immer würden sie täglich Genesungswünsche für Schumacher erreichen, «und noch immer macht uns das Ausmaß der Anteilnahme sprachlos. Wir können nur immer wieder Danke sagen dafür, dass ihr mit ihm und uns gemeinsam kämpft».

Gut zwei Monate nach dem bislang letzten Statement durch Managerin Sabine Kehm dürfte sich der Zustand des mittlerweile 45-Jährigen nicht gravierend verändert haben. «Er hat in den vergangenen Wochen und Monaten der Schwere seiner Verletzung entsprechend Fortschritte gemacht, aber es liegt weiterhin ein langer und harter Weg vor ihm», hatte Kehm am 9. September erklärt. Zudem hatte sie in dem Statement bekanntgegeben, dass Schumacher die Rehabilitation zu Hause am Genfer See fortsetzen werde.

«Die Tatsache, dass er in seiner gewohnten Umgebung ist, könnte ihm helfen», hatte jüngst der Chef der Anästhesie und Reanimation der Uniklinik von Grenoble, Jean-François Payen, erklärt. Er hatte zum Ärzteteam gehört, das Schumacher nach seinem Sturz beim Skifahren oberhalb von Méribel monatelang betreut hatte. Auch er hatte Geduld angemahnt. «Man befindet sich auf einer Zeitskala, die von einem Jahr bis drei Jahre reicht», hatte er zu den Genesungsprozessen bei derartigen Verletzungen gesagt.

Schumacher hatte bei seinem Unfall ein schweres Schädel-Hirntrauma erlitten und hatte tagelang in Lebensgefahr geschwebt. Mitte Juni kam die Nachricht, dass er sich nicht mehr im künstlichen Koma befinde, Schumacher wurde zudem in eine Reha-Klinik bei Lausanne gebracht.

Wie genau er nun den 20. Jahrestag zu seinem ersten WM-Titel wahrnehmen kann, ist nicht bekannt. Am 3. November 1994 war Schumacher als erster deutscher Pilot Weltmeister in der Formel 1 geworden und hatte damit eine bis heute unerreichte Erfolgskarriere eingeleitet. «Aus der Formel 1 wird die Formel Schumi», heißt es auf der reaktivierten Homepage des Rekordchampions. «Den Menschen und Sportler Michael Schumacher verändert der erste von sieben WM-Titeln hingegen kaum.»

Vor allem sein Privatleben war für Schumacher das höchste Gut. Daher will ihm seine Familie nun auch den langen Weg zurück unter Ausschluss der Öffentlichkeit ermöglichen. Ehefrau Corinna äußerte sich bislang praktisch immer nur über Mitteilungen durch Managerin Kehm - außer vor dem Deutschland-Rennen in diesem Jahr. In einem Offenen Brief im Programmheft hatte sie geschrieben: «Jetzt beginnt eine Phase, die voraussichtlich sehr lange dauern wird.»