Digel kritisiert Auswahlverfahren für Olympia-Bewerber

Der Sportsoziologe und ehemalige Spitzenfunktionär Helmut Digel hält das derzeit laufende Auswahlverfahren bei der Suche nach einem deutschen Olympia-Kandidaten nicht für optimal.

Digel kritisiert Auswahlverfahren für Olympia-Bewerber
Paul Zinken Digel kritisiert Auswahlverfahren für Olympia-Bewerber

«Meine Version war es, dass man beide Städte zusammenbringt», erklärte der langjährige Präsident des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV). Zudem würde die Bewerbung «nach wie vor nicht politisch geführt».

Derzeit rangeln Berlin und Hamburg um den Zuschlag, als deutsche Bewerber-Stadt für die Olympischen Spiele 2024 ins Rennen gehen zu können. In beiden Städten läuft gerade eine Meinungsumfrage, inwieweit die Bevölkerung hinter einer Olympia-Bewerbung steht. «Ohne Aktivierung der Zivilgesellschaft wird die Geschichte nicht gelingen», betonte Berlins Sportchef Klaus Böger auf einer Podiumsdiskussion des Verbandes der Sportjournalisten.

«Die Umfrage wird objektiv sein, ist aber nicht notwendig», meinte Digel. Für den Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) ist das Meinungsbild der Einwohner von Berlin und Hamburg ein wesentliches Kriterium bei der Entscheidung, die am 21. März in Frankfurt/Main ansteht. Bis zur Präsidiumssitzung am 9./10. März sollen dem DOSB die Umfrage-Zahlen vorliegen.

Die Entscheidung des Präsidiums wird der Mitgliederversammlung zur Abstimmung vorgelegt. «Wenn ich nein sage, diskreditiere ich das ganze Verfahren», bemerkte Digel, der sich eine direkte Entscheidung der Mitglieder zwischen Berlin und Hamburg gewünscht hätte.

Derweil sieht der DOSB Berlin für eine Bewerbung um die Olympischen Spiele 2024 gerüstet. «Wir sind fest davon überzeugt, dass das, was im Bewerbungskonzept dargestellt war, in der Praxis so auch umsetzbar ist», sagte DOSB-Präsident Alfons Hörmann in Berlin. Er nahm mit dem DOSB-Vorstandsvorsitzenden Michael Vesper an einer Sitzung des Senats teil, der aus Anlass der Bewerbung im Olympiastadion tagte.

Das Konzept Berlins sei eine entscheidende und wichtige Voraussetzung. Der «alles entscheidende Punkt wird nun sein, ob der Funke auch auf die Berliner übergesprungen ist», erklärte Hörmann mit Blick auf die laufende Telefonumfrage in Berlin und Hamburg. Damit will der DOSB die Stimmung in der Bevölkerung beider Städte ergründen. Die Entscheidung soll am 21. März fallen.