DIHK-Chef: Ölpreisverfall bringt 2015 mehr Wachstum

Die deutsche Wirtschaft wird die stark gefallenen Ölpreise 2015 nach Einschätzung des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) in ein zusätzliches Wachstumsplus von 0,3 Prozent ummünzen können.

«Verbraucher und viele Unternehmen können sich freuen», sagte DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben der «Rheinischen Post» (Montag). «So kurz vor Weihnachten ist der Ölpreisrückgang ein unerwartetes Konjunktur-Geschenk, von dem wir auch 2015 noch etwas haben.» Im kommenden Jahr sei für Deutschland - zusammen mit den Auswirkungen des schwächeren Euro - aus derzeitiger Sicht eine Entlastung um rund 20 Milliarden Euro absehbar.

Seit dem Sommer sind die Rohölpreise um rund 45 Prozent abgesackt. Weil Öl als Rohstoff in Produktion und Verkehr von zentraler Bedeutung ist, sinken die Kosten von Firmen, aber auch von Autofahrern oder Heizölkunden.

So reduzierte sich der Heizölpreis von seinem diesjährigen Höchststand von mehr als 84 Euro für 100 Liter (bei Abnahme von 3000 Litern, inkl. Mehrwertsteuer) auf rund 60 Euro. Die Benzinpreise mit Steuern gingen um 28 Cent je Liter zurück; Superbenzin kostet unter 1,30 Euro und Diesel unter 1,20 Euro je Liter. Laut Mineralölwirtschaftsverband (MWV) sparten die Deutschen 2014 gegenüber 2013 schon insgesamt rund fünf Milliarden Euro an der Tankstelle.

Die Europäische Zentralbank (EZB) warnt allerdings auch vor einem möglichen Abrutschen der Preise auf breiter Front. Dies könnte bei längerer Dauer in eine gefährliche Deflation mit immer geringerem Konsum und immer geringeren Investitionen münden.