Diplomat Parolin wird Staatssekretär im Vatikan

Der italienische Erzbischof und Vatikan-Diplomat Pietro Parolin wird neuer Kardinalstaatssekretär des Vatikans.

Papst Franziskus habe sich für den 58-Jährigen als Nachfolger für Kardinal Tarcisio Bertone entschieden, teilte der Vatikan am Samstag mit. Die Amtszeit des 78-jährigen Bertone, dessen Rücktrittsgesuch Franziskus akzeptiert hatte, endet am 15. Oktober. Der Staatssekretär ist einer der wichtigsten Männer in dem Kirchenstaat, er wird auch als Regierungschef oder Nummer Zwei im Vatikan bezeichnet.

Franziskus bestätigte am Samstag zudem weitere Mitarbeiter der Kurie, darunter auch den Deutschen Georg Gänswein als Präfekt des Päpstlichen Haushalts.

Parolin ist derzeit noch als Vertreter des Heiligen Stuhls in Venezuela. Der aus der Nähe von Vicenza stammende Italiener ist seit vielen Jahren Vatikan-Diplomat und Priester. Er drückte Franziskus in einer ersten Stellungnahme seinen «tiefen und herzlichen Dank» für das Vertrauen aus. Sein neues Amt sei eine «anspruchsvolle und fordernde Aufgabe» und seine Nominierung «eine von Gottes Überraschungen in meinem Leben.» Parolin ist der jüngste Staatssekretär im Vatikan seit mehr als 70 Jahren.

Mit der Ernennung Parolins endet auch die Ära des umstrittenen Tarcisio Bertone. Der Italiener war 2006 von Papst Benedikt XVI. zum Kardinalstaatssekretär ernannt worden und stand seitdem immer wieder in der Kritik. Vor allem sein Umgang mit Krisen wie der «Vatileaks»- Affäre um gestohlene Dokumente und dem Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche wurde bemängelt. Bertone wird am 15. Oktober offiziell verabschiedet. Franziskus dankte ihm laut Mitteilung «für seinen treuen und großzügigen Dienst für den Heiligen Stuhl».

Italiens Staatspräsident Giorgio Napolitano übermittelte Parolin Glückwünsche zu seiner Berufung. «Ich bin sicher, dass unsere Beziehungen dank seiner Präsenz an der Spitze des Heiligen Stuhles mit neuen Inhalten bereichert werden und unsere Zusammenarbeit für die Verteidigung des Friedens und der Gerechtigkeit (...) weiter gefestigt wird», sagte er laut Nachrichtenagentur Ansa.