Diren-Prozess: Anwalt des Todesschützen will neues Verfahren

Nach den tödlichen Schüssen auf den Hamburger Austauschschüler Diren in den USA verlangen die Anwälte des verurteilten Schützen einen neuen Prozess. Sie meinen, es habe kein faires Verfahren gegeben - die Berichterstattung der Medien habe die Geschworenen beeinflusst.

Darüber hat nun der Richter zu entscheiden. Ähnliche Vorwürfe hatten die Anwälte allerdings bereits vor dem Prozess erhoben. Mehrfach hatten sie eine Verlegung der Verhandlungen von Missoula im US-Staat Montana in eine andere Stadt verlangt. Richter Ed McLean hatte alle solche Anträge abgelehnt.

Der 30-jährige Markus K. war kurz vor Weihnachten wegen vorsätzlicher Tötung schuldig gesprochen worden. Er habe den 17 Jahre alten Diren im April erschossen, als dieser nachts in seine Garage eingedrungen war. Das Strafmaß soll am 12. Februar verkündet werden. Die Mindeststrafe beträgt 10, die Höchststrafe 100 Jahre. K. sitzt in Missoula im Gefängnis.

Die zwölf Geschworenen waren der Staatsanwaltschaft gefolgt, die Markus K. vorwarf, Diren in eine Falle gelockt und kaltblütig hingerichtet zu haben. Dagegen hatte die Verteidigung auf Notwehr plädiert. K. habe nach zwei vorherigen Einbrüchen Angst gehabt.

Bei der Urteilsverkündung war es im Gerichtssaal zu emotionalen Szenen gekommen. Mit Tränen in den Augen lagen sich die Eltern des Toten in den Armen. Sie meinten, jeder müsse seine gerechte Strafe bekommen. Der Tod des Jungen hatte in Deutschland Schlagzeilen ausgelöst, dagegen fand er in den USA kaum Beachtung.