DNA-Analyse bestätigt: Pariser Attentäter gefasst

Der Attentäter von Paris ist nach den zwei spektakulären Überfällen auf Medienhäuser gefasst. Ein am Mittwochabend festgenommener Mann sei durch eine DNA-Analyse als mutmaßlicher Täter identifiziert worden, sagte eine Sprecherin der Pariser Staatsanwaltschaft in der Nacht der dpa.

DNA-Analyse bestätigt: Pariser Attentäter gefasst
Rolf Vennenbernd DNA-Analyse bestätigt: Pariser Attentäter gefasst

Gegen ihn sollte so schnell wie möglich Haftbefehl erlassen werden. Den ersten Angaben zufolge konnten Polizisten den Mann gegen 19.00 Uhr nach einem Hinweis aus der Bevölkerung in einer Tiefgarage in der Pariser Vorstadt Bois-Colombes aufgreifen. Er musste jedoch wegen seines Gesundheitszustandes zunächst in ein Krankenhaus gebracht werden. Als Hintergrund wurde ein Selbstmordversuch mit Medikamenten vermutet.

Der mutmaßliche Täter war am Montag ins Foyer der linksliberalen Zeitung «Libération» eingedrungen und hatte dort einen Fotoassistenten mit einem Gewehr niedergeschossen und schwer verletzt. Im Geschäftsviertel La Défense soll er anschließend vor der französischen Großbank Société Générale um sich geschossen haben. Von einem gekidnappten Autofahrer ließ er sich dann ins Zentrum von Paris bringen. Bereits am Freitag hatte der Mann beim Nachrichtensender BFMTV einen Redakteur bedroht. Sein Motiv war zunächst nicht bekannt.

Bei dem mutmaßlichen Täter handelt es sich nach Informationen des Nachrichtensenders BFMTV um einen 48 Jahre alten Mann, der zumindest früher einer anarchistischen Gruppe angehörte. Er war bereits in den 90er Jahren wegen Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung zu vier Jahren Haft verurteilt worden. Damals hatte er ein Gewehr gekauft, das bei einem aufsehenerregenden Verbrechen zum Einsatz kam. Bei diesem erschoss ein junges Pärchen aus der linksextremen Szene im Oktober 1994 bei einer nächtlichen Verfolgungsjagd drei Polizisten und einen Taxifahrer. Zudem kam einer der Täter ums Leben. Seine Komplizin wurde 2009 nach 15 Jahren Haft aus dem Gefängnis entlassen.

Die Polizei hatte seit Montag mit einem Großaufgebot und mehreren Fotos von Überwachungskameras nach dem Mann gefahndet. Weil dem Täter weitere Überfalle zugetraut wurden, bewachten Sicherheitskräfte den Zugang zu großen Medienhäusern in Paris. Zeugen der Überfälle hatten den Täter als ruhig und sehr entschlossen wirkend beschrieben.

Zum Fahndungserfolg führte nach Informationen der französischen Nachrichtenagentur AFP der Hinweis eines Mannes, bei dem der Attentäter zuletzt wohnte. Ihm gegenüber soll der mutmaßliche Täter gesagt haben: «Ich habe eine Dummheit gemacht.»