Doch kein Durchbruch beim Ukraine-Gipfel

Die Einigung der Kontaktgruppe auf eine Waffenruhe in der Ostukraine ist Agenturberichten zufolge gescheitert.

Die prorussischen Separatistenführer Alexander Sachartschenko und Igor Plotnizki hätten die Unterzeichnung eines Abschlussdokuments des Krisengipfels in Minsk verweigert, meldete die Staatsagentur Tass. Sachartschenko und Plotnizki waren am Morgen zu den Verhandlungen unter Vermittlung der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) dazugestoßen. An der Kontaktgruppe sind auch Vertreter der Ukraine und Russlands beteiligt.

Die OSZE-Vertreterin Heidi Tagliavini verließ das Treffen der Kontaktgruppe und fuhr zum Palast der Unabhängigkeit in der weißrussischen Hauptstadt. Dort traf sie Kremlchef Wladimir Putin, Kanzlerin Angela Merkel sowie die Präsidenten der Ukraine und Frankreichs, Petro Poroschenko und François Hollande.

Nach einem inzwischen mehr als 14-stündigen Gesprächsmarathon war die Lage beim Krisengipfel zunächst unübersichtlich. Nach einer kurzen Unterbrechung setzten Putin, Poroschenko, Merkel und Hollande ihre Verhandlungen am Morgen fort.

Poroschenko warf Putin «unannehmbare Bedingungen» vor, wie die Agentur Interfax berichtete. «Gute Nachrichten gibt es beim Gipfel in Minsk bislang nicht», sagte Poroschenko. Dennoch bestehe weiter Hoffnung, meinte er.

Separatistensprecher Denis Puschilin warf Poroschenko vor, die Verhandlungspartner mit falschen Informationen über die umkämpfte Stadt Debalzewo in der Ostukraine in die Irre zu führen. Dort sollen Tausende ukrainische Soldaten von den Aufständischen eingekesselt sein. Die Militärführung in Kiew weist das zurück.