Doping in Russland: IAAF verweist auf Ethik-Kommission

Der Leichtathletik-Verband IAAF hat nach den Enthüllungen über ein Betrugs- und Dopingsystem im russischen Sport auf seine neue unabhängige Ethik-Kommission verwiesen. Sie habe die Vollmacht und die Möglichkeit, Sanktionen auszusprechen, wenn Anschuldigungen relevant sind.

Doping in Russland: IAAF verweist auf Ethik-Kommission
Patrick Seeger Doping in Russland: IAAF verweist auf Ethik-Kommission

Dies teilte die IAAF auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit. Die ARD-Dokumentation «Geheimsache Doping», die ausgestrahlt wurde, präsentierte geheime Aufzeichnungen in Bild, Ton und Schrift mit Hinweisen zu einem staatlich unterstützten Doping sowie zu einem offenbar im Hintergrund wirkenden Betrugs- und Vertuschungsapparat.

«Wie das ARD-Fernsehen zeigte, sind bei der Ethik-Kommission der IAAF bereits Untersuchungen zu Problemen des Dopings in der russischen Leichtathletik im Gange», hieß es in dem Statement weiter. «Die IAAF ist fest davon überzeugt, dass die Ethik-Kommission die richtige Plattform für alle Beschwerden gegen Doping ist und fordert alle Mitglieder der Leichtathletik-Familie auf, sich an dieses Gremium zu wenden.»

IOC-Sprecher Mark Adams bezeichnete die Vorwürfe als «ernsthafte Anschuldigungen». Auch die Ethik-Kommission des Internationalen Olympischen Komitees untersuche die Angelegenheit, und man warte auf die Ergebnisse. «Sollte es etwas geben, was das olympische Komitee und unseren Ethik-Kodex beeinflusst, werden wir nicht zögern alle nötigen Maßnahmen durchzuführen», sagte Adams am späten Mittwochabend.

Die IAAF verwies indes auf ihr Doping-Kontrollprogramm in Russland. Danach sind 84 Athleten des Landes im IAAF-Testpool, in dem insgesamt 556 Sportler aus der ganzen Welt registriert sind. Im Jahr 2013 entfielen nach Angaben des Weltverbandes 538 Doping-Kontrollen auf Russland. Das sind zehn Prozent aller von der IAAF veranlassten Tests. 68 russische Leichtathleten sind derzeit wegen Dopings gesperrt. Insgesamt 112 Sportler wurden nach positiven Tests seit 2011 sanktioniert.