Dopingvorwurf gegen Chicago-Marathonsiegerin Jeptoo

Eine der besten Marathonläuferinnen der Welt muss sich einem Dopingvorwurf stellen.

Dopingvorwurf gegen Chicago-Marathonsiegerin Jeptoo
David Banks Dopingvorwurf gegen Chicago-Marathonsiegerin Jeptoo

Die Kenianerin Rita Jeptoo soll Ende September bei einer Kontrolle positiv auf eine verbotene Substanz getestet worden sein, berichteten das amerikanische RunBlogRun-Internetportal und die World Marathon Majors (WMM), ein Zusammenschluss von Veranstaltern.

«Die World Marathon Majors sind enttäuscht zu erfahren, dass Rita Jeptoo offensichtlich einen positiven A-Test hatte», hieß es in einer Mitteilung. Jeptoo gewann in diesem Jahr die Marathons in Chicago und Boston.

Eine Bestätigung des Leichtathletik-Weltverbandes gibt es vorerst nicht. Die IAAF veröffentlicht Doping-Fälle erst nach Analyse der B-Probe. Auch der kenianische Verband gab bisher keine Stellungnahme dazu ab.

Rita Jeptoo hatte am 12. Oktober den Chicago-Marathon in 2:24:35 Stunden gewonnen. Bereits im April war sie in Boston erfolgreich und besonders schnell gewesen: In 2:18:57 Stunden lief sie einen Streckenrekord und die schnellste Zeit des Jahres.

Durch je zwei Siege in Boston und Chicago hatte die 33-Jährige auch souverän die World-Marathon-Majors-Serie 2013/2014 gewonnen - verbunden mit einem Preisgeld von einer halben Million Dollar. Nie zuvor hatte eine Läuferin die Serie mit der Maximalpunktzahl von 100 Zählern aus vier Rennen für sich entschieden. Man könne den Fall bis zu einer IAAF-Entscheidung nicht weitergehend kommentieren, teilte die WMM mit. Man habe die Zeremonie für die Jahresbesten aber bereits vom 2. November verschoben.

Marathon-Ass Rita Jeptoo soll Ende September bei einer Trainingskontrolle in Kenia positiv getestet worden sein. Welche Substanz in der Urinprobe gefunden wurde, ist nicht bekannt. Sollte sich der Verdacht bewahrheiten und sie wegen Dopings gesperrt werden, würde die Äthiopierin Mare Dibaba nachträglich zur Chicago-Siegerin aufsteigen. Sie war als Zweite in 2:25:37 Stunden ins Ziel gekommen.

Rätselhaft ist, warum Jeptoo rund zwei Wochen nach dem Doping-Test überhaupt noch in Chicago starten konnte. Unabhängig davon ist dies für die World Marathon Majors (WMM) bereits der zweite zurzeit rechtlich noch ungeklärte Fall einer Siegerin. In diesem Frühjahr war bekanntgeworden, dass die Russin Lilija Schobuchowa, die die WMM-Serien 2009/2010 und 2010/2011 für sich entschieden und dreimal den Chicago-Marathon gewonnen hatte, des Dopings überführt worden war. Gegen ihre Disqualifikation hat die Russin allerdings rechtliche Schritte eingelegt.

Die World Marathon Majors haben sich von Beginn an stark im Kampf gegen Doping engagiert. Alle Eliteathleten, die bei einem WMM-Rennen starten, müssen sich auch einem Bluttest stellen. «Positiv getestete Athleten können keine WMM-Serie gewinnen und dürfen zukünftig nicht mehr bei einem WMM-Rennen starten», teilte die WMM mit.