Dortmund baut Frust ab: HSV nach 0:3 wieder in Not

Borussia Dortmund hat einen ersten Schritt zum Frustabbau gemacht. Drei Tage nach dem Drama von Liverpool (3:4) mit dem bitteren Knockout in der Europa League setzte sich das erneut stark umgebaute Team von Trainer Thomas Tuchel mit 3:0 (2:0) gegen Angstgegner Hamburger SV durch.

Dortmund baut Frust ab: HSV nach 0:3 wieder in Not
Guido Kirchner Dortmund baut Frust ab: HSV nach 0:3 wieder in Not

Dank des ersten Bundesligatreffers von Jungstar Christian Pulisic (38.) und der Saisontore Nummer sieben und acht von Adrian Ramos (44. und 86.) schöpfte der Tabellenzweite vor 81 359 Zuschauern im ausverkauften Signal Iduna Park Selbstvertrauen für das Pokal-Halbfinale am Mittwoch bei Hertha BSC.

Für den HSV war es die erste Niederlage gegen die Borussia seit September 2013. Damit rückt die Abstiegszone bei nur noch drei Punkten Abstand auf den Tabellen-16. aus Bremen wieder bedrohlich nahe. Beide Teams treffen am Freitag aufeinander. Dieses brisante Nordderby muss Hamburg zu allem Überfluss ohne Torhüter René Adler bestreiten, der in Dortmund nach einer Notbremse (52.) die Rote Karte sah.

Trotz der Spekulationen um einen Wechsel von Ilkay Gündogan, der laut Medienberichten einen Vertrag bei Manchester City unterschrieben haben soll, stand der BVB-Nationalspieler in der Startformation. Wie schon beim vorigen Bundesliga-Spiel auf Schalke (2:2) beorderte Thomas Tuchel im Vergleich zum Spiel gegen Liverpool acht neue Profis in das Team. Bemerkenswert war dabei, dass der BVB-Coach in Christian Pulisic und Felix Passlack auf gleich zwei nur 17 Jahre alte Talente setzte.

Trotz dieser XXL-Rotaion übernahm der BVB zunächst die Regie. Doch das Plus beim Ballbesitz schlug sich nicht in Torchancen nieder. Stattdessen bot sich den ohne den verletzten Spielgestalter Aaron Hunt angetretenen Hamburgern gleich zweimal die Möglichkeit zur frühen Führung. Doch der Schuss von Nicolai Müller (14.) aus 18 Metern verfehlte das Dortmunder Tor knapp. Nur drei Minuten später köpfte Ivo Ilicevic aus kurzer Distanz vorbei.

Mehr Torraumszenen bekamen die Zuschauer im torreichsten Duell der Bundesliga-Historie lange nicht zu sehen. Dafür war das Aufbauspiel der Borussia zu statisch und tempoarm. Das ermutigte die Gäste zu mehr Vorwärtsdrang. So hätte der für den verletzten Pierre-Michel Lasogga eingewechselte Sven Schipplock (34.) nach einem Fehler von BVB-Abwehrspieler Sven Bender das 1:0 auf dem Fuß, verlor aber leichtfertig den Ball an Weltmeister Mats Hummels.

Nur zwei Minute nach dieser Rettungstat leitete Hummels die überraschende Führung für sein Team ein. Das Zuspiel des BVB-Kapitäns nutzte US-Nationalspieler Pulisic und erzielte mit einem platzierten Flachschuss aus 14 Metern sein erstes Bundesligator. Der bis dahin gleichwertige HSV schien konsterniert und musste noch vor der Pause sogar das 0:2 hinnehmen. Mit einem platzierten Schuss ins lange Eck ließ Ramos dem Hamburger Torhüter Adler keine Chance.

Auch nach Wiederanpfiff hatten sich die Norddeutschen noch nicht erholt. Bei einem vielversprechenden BVB-Angriff holte Keeper Adler den Japaner Shinji Kagawa außerhalb des Strafraumes von den Beinen, was Schiedsrichter Marco Fritz zu Recht mit einem Platzverweis ahndete. Damit war der Widerstand des HSV gebrochen. Mit deutlich mehr Spielanteilen, aber ohne großen Glanz brachte die Borussia das 2:0 locker über die Zeit.

Für den HSV kam es noch schlimmer. Der Schwede Albin Ekdal verletzte sich bei einem Zweikampf im Mittelfeld und musste verletzt vom Platz. Da der HSV bereits sein Wechselkontingent ausgeschöpft hatte, beendeten die Gäste das Spiel mit zwei Spielern weniger. So fiel auch noch das dritte Dortmunder Tor durch Ramos, als Drobny keine gute Figur machte.