DOSB-Mitgliederversammlung: Olympia-Aus und Folgen    

Sechs Tage nach dem Scheitern der Hamburger Olympia-Bewerbung für 2024 werden am Samstag auf der Mitgliederversammlung des Deutschen Olympischen Sportbundes in Hannover die Scherben zusammengekehrt. Eine Zukunftsstrategie muss her.

DOSB-Mitgliederversammlung: Olympia-Aus und Folgen    
Britta Pedersen DOSB-Mitgliederversammlung: Olympia-Aus und Folgen    

«Wir werden die Dinge in gebotener Form bereden», sagte DOSB-Präsident Alfons Hörmann. Der 55 Jahre alte Unternehmer will aber offenbar selbst mit einer kämpferischen Rede die Fehler bei der Olympia-Bewerbung anprangern.

Vorgesehen ist auf dem DOSB-Konvent unter Tagesordnungspunkt neun eine Aussprache über die misslungene Olympia-Bewerbung, zu der Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz und sein Innenminister Michael Neumann erwartet werden. «Eine große Debatte erwarte ich nicht», prophezeite Leichtathletik-Präsident Clemens Prokop.

Nach der Bewerbungspleite muss sich der deutsche Sport aber vor allem fragen, wie es weitergehen soll und wie bereitwillig und in welchem Umfang der Bund noch Fördergelder ausschütten wird. Deshalb wird die Rede von Bundesinnenminister Thomas de Maizière mit besonderer Spannung erwartet. Mit einem Ja zu einer Kandidatur für die Sommerspiele in neun Jahren wäre die Erwartung auf eine Aufstockung der Mittel verbunden gewesen.

Die zukünftigen Zuwendungen des Bundes werden jedoch auch von der Leistungssportreform des Dachverbandes, mit der die Abwärtsentwicklung des deutschen Spitzensports im internationalen Konkurrenzkampf gestoppt werden soll, abhängen. Die DOSB-Führung will die Inventur nun auf alle Bereiche des Dachverbandes ausdehnen.

«Wie schaffen wir es, eine neue Struktur und Reform nicht nur im Leistungssport, sondern im gesamten DOSB für die Zukunft aufzustellen, die der neuen Entwicklung Rechnung trägt», erklärte Hörmann. «Dabei ist die Frage: Machen wir die richtigen Dinge - und machen wir sie richtig?»