dpa-Nachrichtenüberblick Wirtschaft

Stuttgart (dpa) - Deutschlands drittgrößtes Energieunternehmen EnBW will sieben Milliarden Euro in den Umbau des Konzerns stecken. Die Hälfte solle in den Ausbau der Windenergie fließen, sagte EnBW-Chef Frank Mastiaux am Montag in Stuttgart. «Wir haben das Ziel, den Anteil erneuerbarer Energien bis 2020 signifikant von heute 12 Prozent auf fast 40 Prozent mehr als zu verdreifachen.» Weitere drei Milliarden Euro sollen in das Netzgeschäft investiert werden. Als weiteres Standbein nannte Mastiaux die Entwicklung innovativer Produkte.

Attac: Griechenland-Hilfe ging vor allem an Banken =

Berlin (dpa) - Die Hilfsmilliarden für Griechenland flossen nach Darstellung des globalisierungskritischen Netzwerks Attac zu mehr als drei Viertel an Banken und reiche Kapitalanleger. Von den seit Mai 2010 an Athen überwiesenen 207 Milliarden Euro seien mindestens 160 Milliarden direkt oder indirekt beim Finanzsektor gelandet, wie Attac in einer am Montag bekanntgewordenen Übersicht kritisiert. Die EU-Krisenpolitik rette Banken und nicht die Bevölkerung. Der Sprecher des Bundesfinanzministeriums, Martin Kotthaus, wollte die Zahlen nicht bestätigen. Er betonte, Hauptziel der Hilfen sei es, Griechenland Zeit für Reformen zu geben und zu stabilisieren.

Airbus und Boeing mit Verkaufserfolgen zum Auftakt in Le Bourget =

Le Bourget (dpa) - Mit ersten Verkaufserfolgen glänzen die Rivalen Airbus und Boeing zum Auftakt der Pariser Flugschau in Le Bourget. Airbus konnte zu Beginn der Messe einen Coup für seinen Riesenflieger A380 landen. Der Flugzeugfinanzierer Doric Asset Finance will 20 Exemplare des Großraumflugzeugs bestellen. Nach Angaben beider Unternehmer vom Montag in Le Bourget wurde eine Absichtserklärung unterzeichnet. Laut Preisliste hat die A380-Bestellung einen Gesamtwert von 8,078 Milliarden Dollar (rund 6,06 Milliarden Euro).
Außerdem stockte der Flugzeugfinanzierer ILFC seine Bestellung von Mittelstreckenjets aus der A320neo-Familie von 100 auf 150 Maschinen auf.

ExxonMobil erwartet Wachstum beim Erdgas - Prognose bis 2040 =

Hamburg (dpa) - Der deutsche Energiebedarf wird nach einer Prognose des Konzerns ExxonMobil auch in 25 Jahren noch überwiegend durch die fossilen Energieträger Öl, Gas und Kohle gedeckt. Die Erneuerbaren Energien werden demnach bis 2040 zwar um 60 Prozent zunehmen, aber dennoch nur rund ein Viertel des Energieverbrauchs ausmachen, heißt es in der am Montag in Hamburg verbreiteten Studie. Insgesamt werde Deutschland bei schrumpfender Bevölkerung und höherer Energieeffizienz in Zukunft immer weniger Energie benötigen. Der Einsatz von Primärenergie gehe bis 2040 um rund ein Viertel zurück.
Gegenwärtig werden ungefähr 40 Prozent der gesamten Energie benötigt, um Strom zu erzeugen. Der Stromverbrauch werde bis 2040 nochmals leicht zunehmen, um insgesamt sieben Prozent, heißt es in der ExxonMobil-Prognose.

Katar steigt aus Porsche-Holding aus - wieder in Familienhand =

Doha/Stuttgart (dpa) - Jetzt hat nur noch die Verwandtschaft das Sagen: Die Familien Porsche und Piëch haben dem Scheichtum Katar seine Anteile an der Porsche-Holding abgekauft - und damit künftig alleiniges Mitspracherecht. Der Staatsfonds hatte sich nach eigenen Angaben von seinem Zehn-Prozent-Anteil an der Holding getrennt. Alle Stammaktien - also alle stimmberechtigten Anteilsscheine - sind nun in Familienbesitz, wie die Porsche Automobil Holding (PSE) am Montag in Stuttgart mitteilte. Zum Kaufpreis der Anteile äußerten sich beide Seiten nicht. «Die Wiedervereinigung aller Stammaktien in den Händen der Familien Porsche und Piëch ist Ausdruck unseres Vertrauens in die erfolgversprechende Zukunft der Porsche SE als größter Aktionär der Volkswagen AG», erklärte Aufsichtsratschef Wolfgang Porsche.

Wohnungswirtschaft: Neubau-Investitionen steigen langsamer =

Berlin(dpa) - Trotz steigender Wohnungsknappheit investieren deutsche Unternehmen weniger in Neubau als gedacht. Nach Daten des Bundesverbands deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen (GdW) gingen die Neubau-Investitionen im vergangenen Jahr um 1,7 Prozent zurück - erwartet hatte der Verband eigentlich ein Plus von 25 Prozent. Für dieses Jahr sei aber mit einem Zuwachs um 34,1 Prozent zu rechnen, sagte Hauptgeschäftsführerin Ingeborg Esser am Montag in Berlin. Bei den Investitionen in den Bestand erwartet der GdW bei seinen Mitgliedsunternehmen für 2013 einen leichten Anstieg um 2,7 Prozent. Insgesamt seien die Rahmenbedingungen für Investitionen in den vergangenen zwei Jahren unsicherer geworden, begründete Esser. Vor allem gestiegene energetische Anforderungen wirkten bremsend.

Bundesbank: Wachstum verlangsamt sich im Sommer =

Frankfurt/Main (dpa) - Nach einer Aufholjagd im zweiten Quartal erwartet die Bundesbank für den Sommer nur ein gebremstes Wirtschaftswachstum. Mit etwas schwächeren Auftragseingängen im April und kurzfristig schwächelnden Exportaussichten wurden die Produktionserwartungen für die kommenden Monate zurückgenommen, heißt es in dem am Montag in Frankfurt veröffentlichten Monatsbericht. Im Frühling war insbesondere die Bauindustrie stark in Schwung gekommen, um Ausfälle aus dem ersten Quartal aufzuholen. Auch der Außenhandel belebte sich sowohl bei den Exporten als auch bei den Einfuhren. Die verbesserte konjunkturelle Lage zeige sich auch bei der Einschätzung der Unternehmen vom Mai. Das Wachstum im zweiten Quartal könne daher recht kräftig ausfallen, bevor sich das Tempo wieder merklich beruhige, schreiben die Experten.

Erstmals mehrtägiger Streik in Amazon-Versandzentren =

Leipzig/Bad Hersfeld (dpa) - Die Gewerkschaft Verdi macht erstmals mit einem mehrtägigen Streik Druck im Tarifstreit mit dem US-Versandhändler Amazon. Am Montag legten laut Gewerkschaft Mitarbeiter in den Logistikzentren in Leipzig und Bad Hersfeld die Arbeit nieder. Gestreikt werden sollte bis zum Dienstag. Am Standort Leipzig sei mit 250 Mitarbeitern etwa die Hälfte der Frühschicht vor den Werkstoren geblieben, sagte Verdi-Sprecher Jörg Lauenroth-Mago. In Bad Hersfeld konnte eine Verdi-Sprecherin zunächst keine Teilnehmerzahlen nennen. Schwerpunkt der Aktion sei am Nachmittag ein Demonstrationszug vom Streiklokal in der Bad Hersfelder Innenstadt zum Amazon-Zentrum. In Bad Hersfeld hat Amazon mehr als 3000 Mitarbeiter, in Leipzig sind es etwa 2000.

Deutsche Aktien nehmen wieder Schwung auf =

Frankfurt/Main (dpa) - Nach der jüngsten Korrektur hat der deutsche Aktienmarkt am Montag wieder Fahrt aufgenommen. Am frühen Nachmittag stand der Dax 1,32 Prozent höher bei 8235 Punkten. Für den MDax ging es um 0,85 Prozent auf 14 083 Punkte nach oben und der TecDax gewann 0,42 Prozent auf 951 Punkte. Auch in Europa zeigten sich die wichtigsten Börsen von ihrer freundlichen Seite. Der EuroStoxx 50 zog um 1,44 Prozent auf 2706 Punkte an.
Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite von 1,23 Prozent am Freitag auf 1,24 Prozent. Der Eurokurs rückte vor. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,3337 (Freitag: 1,3303) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7498 (0,7517) Euro.