dpa-Nachrichtenüberblick POLITIK, Freitag, 11.09.2015 - 5.00 Uhr

Kiel (dpa) - Nach der vorübergehenden Schließung der Grenze durch Dänemark haben sich Hunderte Flüchtlinge mit Fähren auf den Weg nach Schweden gemacht. Der Bahnverkehr in der deutsch-dänischen Grenzregion bleibt beeinträchtigt, obwohl die Grenze wieder passierbar ist. Bis zum Abend gab es noch immer keine Fernzüge auf der Strecke Hamburg-Puttgarden-Rödby-Kopenhagen. Die Züge konnten nicht auf die Fähren von Puttgarden nach Rødby, weil die dänische Bahngesellschaft sie der Deutschen Bahn dort nicht

Dramatischer Anstieg der Flüchtlingszahlen in Serbien

Belgrad (dpa) - Über die Balkanroute drängen immer mehr Flüchtlinge nach Westeuropa. Allein am Donnerstag seien 5540 Menschen in Serbien registriert worden, sagte der serbische Regierungschef Aleksandar Vucic im Staatsfernsehen RTS. Das war für einen einzigen Tag ein Rekord. Bisher waren im Schnitt nicht mehr als 2000 Migranten aus Mazedonien in Serbien angekommen. Die Menschen stammen vor allem aus Syrien und haben Westeuropa und vor allem Deutschland als Ziel. Serbien ist ein wichtiger Punkt auf der sogenannten Balkanroute.

Weißes Haus: USA nehmen im kommenden Jahr 10 000 Syrer auf

Washington (dpa) - Die USA nehmen nach dem Willen von Präsident Barack Obama in den kommenden zwölf Monaten deutlich mehr syrische Flüchtlinge auf als bisher. Der Präsident habe seine Mitarbeiter angewiesen, im nächsten Haushaltsjahr mindestens 10 000 Syrern die Einreise als anerkannte Flüchtlinge zu ermöglichen, heißt es aus dem Weißen Haus. Die USA stehen international in der Kritik, weil sie im Vergleich zu den Verbündeten in Europa nur einen Bruchteil der Flüchtlinge aufnehmen. Im laufenden Haushaltsjahr erlauben die USA 1500 syrischen Flüchtlinge die Einreise.

US-Demokraten verhindern Blockade des Iran-Atomabkommens im Senat

Washington (dpa) - Präsident Barack Obama hat eine mögliche Blockade des umstrittenen Iran-Atomabkommens im US-Senat verhindern können. Die oppositionellen Republikaner verfehlten in der Parlamentskammer im ersten Anlauf die benötigte Mehrheit für einen Gesetzentwurf, der die internationale Vereinbarung mit der Islamischen Republik ablehnen sollte. Sie hätten für ihr Vorhaben 60 der 100 Stimmen benötigt, das Votum ging aber 58 zu 42 aus. Damit scheint Obama das wohl wichtigste außenpolitische Projekt seiner beiden Amtszeiten gesichert zu haben.

UN: Konfliktparteien im Jemen wollen Friedensprozess neu beleben

New York (dpa) - Die Konfliktparteien im jemenitischen Bürgerkrieg haben sich nach UN-Angaben auf neue Friedensgespräche verständigt. Die Unterredungen sollten in der kommenden Woche in der Region beginnen, sagte der UN-Sondergesandte für den Jemen, Ismail Ould Cheikh Ahmed, in New York. Ort und Zeitpunkt sollen demnach in den kommenden Tagen bekanntgegeben werden. In dem südarabischen Land kämpfen schiitische Huthi-Rebellen mit ihren Verbündeten seit Monaten gegen Anhänger des sunnitischen Exilpräsidenten Abed Rabbo Mansur Hadi. Ein von Saudi-Arabien geführtes Militärbündnis fliegt regelmäßig Luftangriffe auf Stellungen der Rebellen. 

Palästina bekommt eigene Flagge vor UN-Hauptquartier in New York

New York (dpa) - Obwohl Palästina kein Vollmitglied der Vereinten Nationen ist, bekommt die Autonomieregion eine eigene Fahne vor dem UN-Hauptquartier. Gestern stimmten 119 Mitgliedsländer dafür, dass auch «Beobachterstaaten» einen Platz am Ende der Flaggenparade vor dem Gebäude in New York erhalten. Diesen Status haben Palästina und der Vatikan derzeit inne. Acht Staaten stimmten dagegen, weitere 45 enthielten sich, darunter Deutschland. Israel hatte den Vorschlag ablehnt. Die UN würden damit ihre eigenen Prinzipien über Bord werfen, sagte Israels UN-Botschafter.