Drei Kinder getötet: angeklagte Mutter bedauert Tat

Ein Jahr nach einem Familiendrama in Bayern mit drei toten Kindern hat die angeklagte Mutter die Tat bedauert. «Ich würde viel dafür geben, alles rückgängig und ungeschehen zu machen», sagte die 39-Jährige vor dem Landgericht Landshut am Dienstag.

Die Frau aus Freising muss sich wegen Mordes und zweifachen Totschlags verantworten. Laut Staatsanwaltschaft hat sie zunächst ihre sechsjährige Tochter und dann ihre vier Monate alten Zwillinge erstickt. Mit den leblosen Kindern fuhr sie dann auf die Autobahn 92 und verursachte nördlich von München einen Unfall. Die Frau überlebte schwer verletzt.

Auslöser der Tragödie sollen Überforderung und finanzielle Probleme gewesen sein. Zudem hatte sich der Lebenspartner der Angeklagten und Vater der Zwillinge erneut in psychiatrische Behandlung begeben. Als er sich weigerte, die Klinik zu verlassen, soll die damals 38-Jährige am 13. November vergangenen Jahres den Entschluss gefasst haben, die Kinder und sich selbst zu töten.

Die Angeklagte sagte zum Prozessauftakt, dass sie zunächst den Plan hatte, sich von einem Parkdeck zu stürzen. «Für mich hatte das Leben keinen Sinn mehr.» Dann seien ihr aber Gedanken an die Kinder gekommen. «Wo lasse ich sie? Gibt es jemanden, dem ich sie anvertrauen kann? Aber ich hatte niemanden.» Dann sei sie zu einem Waldstück gekommen und ließ die ältere Tochter aussteigen.

«Ich habe zu ihr gesagt: Wir werden alle sterben.» Zunächst habe sie dem Kind Mund und Nase zugehalten. Weil die Tochter sich wehrte, ließ sie von ihr ab. Dann schlich sie sich von hinten an die Sechsjährige heran und erdrosselte sie mit einer Windel. Danach erstickte sie die neugeborenen Zwillinge und legte die leblosen Körper in den Kofferraum. Laut Staatsanwaltschaft schickte die Angeklagte nach jeder einzelnen Tat ihrem Lebensgefährten eine SMS mit dem Inhalt, dass sie die Kinder getötet habe und diese beim «lieben Gott» seien. Der Mann hatte umgehend die Polizei alarmiert.

Ob die Mutter bei der Tat vermindert schuldfähig ist, soll ein psychologisches Gutachten klären. Die Staatsanwaltschaft schloss vor dem Prozess nicht aus, dass die Angeklagte in einer Psychiatrie untergebracht werde. Für den Prozess sind zehn weitere Verhandlungstage angesetzt. Das Urteil wird im Dezember erwartet.