Drei Kumpel nach Explosion in Thüringer Kali-Grube vermisst

Nach einer Gasexplosion in einem Thüringer Kali-Bergwerk sind drei Kumpel in 700 Meter Tiefe eingeschlossen. Vier Bergleute entkamen dem Unglück in der Grube Unterbreizbach nahezu unverletzt.

Die Grubenfeuerwehr suchte in der Tiefe verzweifelt nach den Männern. Es war am Abend zunächst unklar, in welcher Verfassung sie waren.

Die Mine gehört dem Kali- und Steinsalzproduzenten K+S (Kassel). Die Explosion hatte sich gegen 13 Uhr beim Abbau von Kali-Salzen ereignet, wie K+S-Sprecher Michael Wudonig der Nachrichtenagentur dpa sagte. Die Detonation beförderte eine gewaltige Staubwolke durch den Schacht an die Oberfläche.

Die vier geretteten Kumpel kamen mit dem Schrecken davon, wie der Sprecher sagte. Ärzte kümmerten sich dennoch um sie.

Gefahr für den kleinen Ort Unterbreizbach mit seinen etwa 3800 Einwohnern bestand nach Unternehmensangaben durch die Gasexplosion nicht. Die Region im Südwesten Thüringens nahe der Landesgrenze zu Hessen ist seit Jahrzehnten vom Kali-Bergbau geprägt. Kaliumdüngemittel - kurz: Kali - ist für die Landwirtschaft wichtig. Kalium ist nicht künstlich herstellbar, sondern muss mit großem Aufwand gewonnen werden.

Die Bergwerke Unterbreizbach und Merkers in Thüringen sowie die Schachtanlagen wurden geräumt. Alle Betriebsfeuerwehren waren im Einsatz. Der Förderkorb, mit dem die Bergleute in und aus dem Schacht gelangen, arbeite noch, sagte der Sprecher. Verarbeitungsanlagen über Tage blieben heil. Die Polizei sperrte vorsichtshalber eine Bundesstraße in der Nähe.

Bei den Sprengarbeiten in etwa 900 Meter Tiefe wurde offensichtlich eine große Menge Kohlendioxid freigesetzt, sagte der Sprecher. Nach seinem Wissen habe es zuletzt vor etwa 50 Jahren eine ähnlich starke Druckwelle durch freigesetztes Kohlendioxid in einem Kali-Bergwerk gegeben. Das Gas ist durch den Gebirgsdruck im Kalisalz gebunden. Kleinere Ausbrüche gehörten zum Bergwerksalltag, erläuterte ein Fachmann aus dem Thüringer Umweltministerium.

Thüringens Umweltminister Jürgen Reinholz (CDU) fuhr zum Unglücksort.

Das zum DAX-Konzern K+S AG (Kassel) gehörende Unternehmen K+S Kali GmbH beschäftigt im Kali-Revier Werra nach eigenen Angaben 4370 Mitarbeiter, davon etwa 1000 auf Thüringer Seite.