Drei Tage «Rockavaria»-Festival in München

Bei der zweiten Auflage des Festivals «Rockavaria» in München ist vieles runder gelaufen als im Vorjahr. Die Deutsche Entertainment AG (DEAG) hatte im Vorfeld zwar mit deutlich weniger als den 49 000 Rockfans von 2015 gerechnet, die Stimmung war dennoch ausgelassen.

Drei Tage «Rockavaria»-Festival in München
Sven Hoppe Drei Tage «Rockavaria»-Festival in München

Rund 40 Bands der härteren Gangart spielten am Wochenende im Olympiapark. Bei schwüler Sommerhitze gaben sich Hardrock- und Heavy-Metal-Größen wie Iggy Pop, Nightwish und Apocalyptica die Ehre, ehe als Abschluss am Sonntagabend der Auftritt von Iron Maiden folgen soll.

Angaben zur Besucherzahl konnte die DEAG bis Sonntagnachmittag nicht machen. Im Vorfeld war mit 35 000 gerechnet worden. Zeitgleich fand in Dortmund das kleinere Schwesternfestival «Rock im Revier» statt.

Verzichtet wurde in München auf die 2015 oft überfüllte Olympiahalle. Stattdessen standen im Stadion zwei Bühnen, die abwechselnd bespielt wurden. Auch die Seebühne, an der 2015 noch Steh- und Tanzverbot herrschte, hatte einen neuen Standort - und war für viele Rocker einer echte Stadion-Alternative.

Es ist zwar noch immer ein eher gediegenes Festival, die Änderungen im Vergleich zum Vorjahr zeigten jedoch Wirkung. Vieles lief runder als noch 2015. Das Festival hat sich gesundgeschrumpft.

Punk-Urgestein Iggy Pop lief und sprang am Samstag oberkörperfrei über die Bühne, als wäre er längst noch keine 69 - und meinte es gut mit dem begeisterten Publikum. Der «Godfather of Punk» eröffnete mit den Klassikern «No Fun», «I Wanna Be Your Dog» und «Passenger». Später folgten «1969» und «Lust For Life», ehe die Tontechnik um Punkt 23 Uhr den Sound runterfuhr - was Iggy selbstredend nicht davon abhielt, noch Minuten lang zu posieren und sich feiern zu lassen.

Die finnische Hardrock-Band Nightwish begeisterte am Freitag mit bombastischer Pyroshow und symphonischem Sound. Eher weniger ins Programm passten die mitunter soften Indie-Rocker von Mando Diao.