Dreifachbestrafung bleibt bestehen - Kein Videobeweis

Die umstrittene Dreifachbestrafung im Fußball bleibt vorerst bestehen. Das für Regelfragen zuständige International Football Association Board IFAB sprach sich gegen eine Änderung der Bestrafung aus Elfmeter, Roter Karte und Sperre für den Sünder bei Notbremsen im Strafraum aus.

Dreifachbestrafung bleibt bestehen - Kein Videobeweis
Bernd Thissen Dreifachbestrafung bleibt bestehen - Kein Videobeweis

Allerdings sei die dreifache Bestrafung «zu hart», die automatische Sperre müsse überprüft werden, sagte Patrick Nelson, Generalsekretär des nordirischen Verbands, nach dem Treffen im nordirischen Craigavad. Die Disziplinarkommission und die Kommission für rechtliche Angelegenheiten des Weltverbandes sollen sich der Thematik annehmen und dem FIFA-Exekutivkomitee bis zu dessen Treffen am 19. und 20. März einen Vorschlag unterbreiten.

Im Fußball wird es auf absehbare Zeit auch keinen Videobeweis geben. Das IFAB lehnte jede schnelle Entscheidung zu dem brisanten Thema ab. «Es ist die größte Entscheidung, seitdem Fußball gespielt wird», sagte FIFA-Generalsekretär Jérôme Valcke. Es gäbe keinen Grund zur Eile, betonte der Franzose. Der niederländische Verband hatte angeboten, Videotechnologie im nationalen Pokalwettbewerb zu testen.

Das IFAB forderte zunächst mehr Informationen ein, um über solch ein Experiment entscheiden zu können. Bei der Sitzung hatte das Gremium zum Thema Videobeweis auch Ratschläge seiner beiden neuen Beratungsgruppen gehört. Kurz vor der WM 2014 in Brasilien hatte sich FIFA-Präsident Joseph Blatter überraschend erstmals für die Einführung des Videobeweises ausgesprochen.

Das IFAB lehnte ebenfalls ab, eine vierte Einwechslung bei Spielen, die in die Verlängerung gehen, einzuführen. Auch der Antrag des niederländischen Verbands, Videotechnologie zur Unterstützung von Schiedsrichtern zu testen, wurde vorerst nicht angenommen. Dazu brauche es nach IFAB-Angaben mehr Informationen. Ein endgültiger Entschluss über diese technische Unterstützung sei «die größte Entscheidung, seitdem Fußball gespielt wird», sagte FIFA-Generalsekretär Jérôme Valcke.

Das IFAB besteht aus vier Vertretern des Weltverbands FIFA sowie Entsandten der Nationalverbände Englands, Schottlands, Nordirlands und aus Wales. Änderungen können nur mit Drei-Viertel-Mehrheit erzielt werden.