Knappes Rennen bei Dresdner Oberbürgermeisterwahl

Vier Wochen nach dem ersten Wahlgang entscheiden die Dresdner heute endgültig über die Nachfolge der aus gesundheitlichen Gründen ausgeschiedenen Oberbürgermeisterin Helma Orosz (CDU). Beobachter erwarten ein knappes Rennen.

Knappes Rennen bei Dresdner Oberbürgermeisterwahl
Matthias Hiekel Knappes Rennen bei Dresdner Oberbürgermeisterwahl

Als große Verliererin der Oberbürgermeisterwahl steht die CDU bereits fest. Sie muss mit Dresden auch in der letzten deutschen Großstadt mit mehr als 500 000 Einwohnern das Zepter abgeben.

Hoffnungen dürfen sich Orosz' Stellvertreter, der Erste Bürgermeister Dirk Hilbert (FDP), und Sachsens Wissenschaftsministerin Eva-Maria Stange (SPD) machen.

Auch ein Kandidat der Spaßpartei Die Partei ist noch dabei. Ernsthafte Chancen hat Lars Stosch, der sich als «Drag-Queen» Lara Liqueur nennt, aber nicht.

Die SPD-Politikerin Stange, die von der rot-rot-grünen Stadtratsmehrheit ins Rennen geschickt wurde, hatte im ersten Durchgang am 5. Juni mit 36 Prozent das beste Ergebnis eingefahren. Dabei konnte sie nach Ansicht von Experten von der Zersplitterung des konservativen Lagers profitieren.

Neben dem CDU-Kandidaten, Sachsens Innenminister Markus Ulbig, war auch der Fraktionschef der AfD im Stadtrat, Stefan Vogel, angetreten. Außerdem hatte das islamkritische Pegida-Bündnis mit der früheren Hamburger AfD-Politikerin Tatjana Festerling eine eigene Bewerberin ins Rennen geschickt.

Ulbig erzielte im ersten Durchgang nur 15,4 Prozent der Stimmen und zog daraufhin seine Kandidatur zurück. Auch Vogel (4,8 Prozent) und Festerling, die einen Achtungserfolg von 9,6 Prozent erzielte, sind nicht mehr dabei.

Hilbert, der für die Wahl sein FDP-Parteibuch beiseitegelegt hat und als Unabhängiger antritt, wird im zweiten Wahlgang von der CDU unterstützt. Auch AfD und Pegida haben ihre Anhänger aufgerufen, Rot-Rot-Grün auf dem Chefsessel des Rathauses zu verhindern.