Dresdner Waldschlößchenbrücke mit großem Fest eröffnet

Nach fast sechs Jahren Bauzeit ist die Dresdner Waldschlößchenbrücke fertig. «Endlich!», sagte Oberbürgermeisterin Helma Orosz bei der Eröffnung zu Tausenden Dresdnern, bevor sie mit Ministerpräsident Stanislaw Tillich (beide CDU) ein in den Farben der Stadt gehaltenes schwarz-gelbes Band durchschnitt.

Dresdner Waldschlößchenbrücke mit großem Fest eröffnet
Sebastian Kahnert Dresdner Waldschlößchenbrücke mit großem Fest eröffnet

Wegen des Projekts hatte die Unesco dem Dresdner Elbtal 2009 nach dreijährigem Ringen den Welterbetitel entzogen - als erster Kulturstätte überhaupt.

Statt «Mut zur Lücke», wie von der Unesco gefordert, hätten die Dresdner «Mut zur Brücke» bewiesen, sagte Tillich. «Damit haben sie Pragmatismus bewiesen in einer Stadt am Fluss, wo Menschen den Weg über eben diesen suchen und brauchen.» Er wünsche sich, «dass dieses Bauwerk nicht nur verbindet, sondern auch angenommen wird.»

Orosz verwies auf die mehrheitliche Zustimmung der Menschen in einem Bürgerentscheid 2005. Sie räumte ein, dass der neue Verkehrszug und die damit verbundene Aberkennung des Welterbetitels in Politik und Bürgerschaft Gräben aufgerissen habe. Sie wünsche sich aber, dass diese Konfrontation in den kommenden Wochen überwunden werde. Für sie stehe auch nach Fertigstellung der Brücke fest: «Das Dresdner Elbtal ist welterbewürdig.»

Das Dresdner Brückenfest dauert das ganze Wochenende. Bis zum späten Samstagnachmittag wurden bereits 65 000 Menschen auf der neuen Waldschlößchenbrücke gezählt, wie die Stadt Dresden mitteilte. Ab Montag rollt der Verkehr. Bis dahin wird ein großes Brückenfest gefeiert.

Umplanungen, Prozesse und ungünstiges Wetter hatten das städtische Bauprojekt verzögert und die Kosten von 137 Millionen Euro auf letztlich rund 180,5 Millionen Euro getrieben. Ursprünglich sollte die Waldschlößchenbrücke schon zweieinhalb Jahre früher in Betrieb gehen. Nach dem Baubeginn hatten Massenproteste, Sitzblockaden, Anschläge auf und Besetzungen von Baugeräten auch bundesweit Schlagzeilen gemacht. Baustoppanträge in Parlamenten und Klagen scheiterten.

Protest gab es auch gegen das Brückenfest zur Eröffnung, Vertreter der Unesco hatten die Einladung der Stadt abgelehnt. Nach wie vor prangern Kritiker Schäden in Natur und Umwelt an und warnen vor der Gefahr weiterer Bauprojekte im Elbtal.