DRK: Zeltstädte für Flüchtlinge nur als Notlösung

Der Präsident des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), Rudolf Seiters, hat vor zunehmenden Problemen bei der Unterbringung von Flüchtlingen und Asylbewerbern gewarnt. Die Lage habe sich in den vergangenen Wochen dramatisch verschärft und könne sich wetterbedingt im Herbst noch zuspitzen.

DRK: Zeltstädte für Flüchtlinge nur als Notlösung
Michael Latz DRK: Zeltstädte für Flüchtlinge nur als Notlösung

«Ab Oktober sind Zelte als Unterkünfte nicht mehr möglich», sagte Seiters der Deutschen Presse-Agentur. Trotz der Angriffe auf Mitarbeiter will das DRK Länder und Kommunen weiterhin bei der Unterbringung unterstützen. Zudem sprach Seiters sich für beschleunigte Asylverfahren bei Menschen aus sogenannten «sicheren Herkunftsländern» aus.

Das DRK ist nach eigenen Angaben in zehn Bundesländern aktiv. Mitarbeiter betreuen und versorgen dort 7300 Menschen in 21 Notunterkünften. Darunter sind acht Zeltstädte für 4600 Menschen. In Dresden und Halberstadt waren DRK-Mitarbeiter in den vergangenen Tagen von Flüchtlingsgegnern attackiert worden, zum Teil mit Steinen.

«Natürlich sind wir bestürzt über die Angriffe auf Flüchtlingsunterkünfte und auf Helfer», sagte Seiters. Es sei unerträglich, wenn Menschen, die in ihren Heimatländern in Kriegsgefahr waren, hier erneut Gewalt erleben müssten und auch noch ihre Helfer angegriffen würden. «Auf der anderen Seite erleben wir in Deutschland auch eine ganz große Welle der Hilfsbereitschaft», betonte der DRK-Präsident.

Seiters kündigte an: «Wir werden weiterhin mit Zelten, Feldbetten und Lebensmitteln aushelfen, wenn das von Ländern und Kommunen gewünscht wird.» Klar sei aber auch, dass Zeltstädte nur eine zeitlich begrenzte Möglichkeit sein können. Daher müssten Länder und Kommunen dringend für eine Unterbringung in festen Unterkünften sorgen.

«Wir brauchen wirksame humanitäre Hilfe bei der Betreuung und Unterbringung der Flüchtlinge. Das gilt auch für die Flüchtlinge aus dem Balkan», betonte Seiters. Er sprach sich allerdings dafür aus, in den Asylverfahren zwischen politisch Verfolgten sowie Kriegsflüchtlingen und Personen ohne Asylberechtigung aus «sicheren Herkunftsländern» zu unterscheiden. «Bei letzteren müssen sicherlich die Asylverfahren beschleunigt werden», sagte Seiters.