Düsseldorf ehrt den Nagelkünstler Günther Uecker

Erstmals wird der Nagelkünstler Günther Uecker in seiner Wahlheimat Düsseldorf mit einer großen Einzelausstellung geehrt. Die Kunstsammlung NRW präsentiert vom 7. Februar die Schau «Uecker» mit etwa 60 Werken aus fünf Jahrzehnten.

Das Museum zeigt nicht nur die berühmten Nagelreliefs Ueckers, sondern auch weniger bekannte Facetten seines Werks. «Es ist tief berührend für mich, hier eine Ausstellung zu haben», sagte Uecker bei einer Pressekonferenz.

Uecker war in den 60er Jahren Mitglied der Künstlergruppe ZERO - ein «Lichtregen» erinnert an diese Phase. Zu sehen sind auch die Installation «Terrorchester» aus einer Vielzahl von lärmenden Objekten, die politische Leinentuchserie «Briefe an Peking» und sein Bild der «Verletzungswörter».

Uecker wird am 13. März 85 Jahre alt. Der in Wendorf in Mecklenburg geborene Künstler kam 1953 aus der damaligen DDR nach Düsseldorf.

Die Kunstsammlung hat die Ausstellung nicht als Retrospektive angelegt, sondern konzentriert sich auf zentrale Werkblöcke. «Es gibt eine verkürzte Darstellung von Uecker auf Nägel und ZERO», sagte Kunstsammlungschefin Marion Ackermann. «Wir versuchen, das Werk Ueckers aus den Verkürzungen herauszuholen.» Die Schau solle auch die «weltweite Wirkung» des in zahlreiche Länder von China über Russland bis Ägypten, Iran und Usbekistan gereisten Künstlers illustrieren.

Die ausgestellten Nagelbilder Ueckers stammen zum Teil aus Privatsammlungen und waren noch nie öffentlich zu sehen. Auch Uecker freute sich über das Wiedersehen mit seinen jahrzehntealten Werken: «Da hängt der Uecker, und ich darf das ansehen», sagte er.

Die Preise für Werke Ueckers sind in den vergangenen Jahren im Zuge der Wiederentdeckung der Künstler-Gruppe ZERO auf dem internationalen Kunstmarkt in Millionenhöhe gestiegen. Die ZERO-Gruppe, zu der Uecker, Heinz Mack und der vergangenes Jahr gestorbene Otto Piene gehörten, hatte in den 60er Jahren mit Licht und Schatten, Feuer und Bewegung von Objekten experimentiert.