DVV sucht unter Hochdruck neuen Frauen-Coach

Nach der Trennung von Giovanni Guidetti als Bundestrainer sucht der Deutsche Volleyball-Verband (DVV) unter Hochdruck einen Nachfolger.

«Es ist logisch, dass spätestens bis zum Beginn der Vorbereitung ein neuer Bundestrainer feststehen muss», sagte ein DVV-Sprecher der Deutschen Presse-Agentur. Das Team um Kapitän Margareta Kozuch wird sich intensiv ab Mai auf die Europaspiele in Aserbaidschan vom 12. bis 28. Juni vorbereiten.

Im vor-olympischen Jahr hat der Verband auf der Suche nach einem neuen Trainer keine Zeit zu verlieren. Verbandsboss Thomas Krohne hatte schon angekündigt, dass der DVV eine zeitnahe Nachfolgeregelung anstrebe. Der DVV-Boss dürfte zusammen mit Sportdirektor Ralf Iwan und Vize-Präsident Michael Evers nach einem passenden Nachfolger suchen. Erste Gespräche mit geeigneten Kandidaten seien bereits aufgenommen worden, sagte Krohne. Externe wie auch interne Lösungen, etwa mit Guidettis Assistent Felix Koslowski, sind denkbar.

Der Italiener bewertete die am Freitag verkündete Trennung Krohne zufolge als richtig, «um nun den Weg für einen schnellen Neuanfang freizumachen». Guidetti hatte aber schon während der WM in Italien im vergangenen Herbst an einen Abschied gedacht. «Für die Entscheidung habe ich mir viel Zeit genommen, sie ist aber natürlich auch schmerzhaft», sagte er der Deutschen Presse-Agentur.

Der Vereinstrainer vom türkischen Spitzenclub Vakifbank Istanbul hofft nach seinem Abschied auf einen Schub für die deutschen Volleyballerinnen. «Ich glaube an diese Mädels und ich glaube, dass sie nun etwas anderes brauchen», sagte Guidetti. «Sie brauchen einen neuen Coach mit neuer Energie, Euphorie und Leidenschaft.»

Wegen eines Vertrauensverlustes zwischen Mannschaft und Trainer bei der enttäuschenden WM 2014 hatten sich der Verband und Guidetti getrennt. «Viele Kleinigkeiten sind zwischen uns kaputtgegangen», erklärte der 42-Jährige mit Blick auf das Team. «Wenn ein Glas kaputt gegangen ist, kannst du zwar später aus diesem Glas wieder trinken, es bleibt aber irgendwie immer noch kaputt.»

Der Italiener, der noch einen Vertrag bis 2016 besaß, hatte die deutschen Frauen seit 2006 betreut und zweimal zu EM-Silber geführt. Bei der WM in Italien hatte Deutschland eine Medaille als Ziel ausgegeben, war aber nur Neunter geworden. Das Betriebsklima war spätestens seitdem empfindlich gestört. «Der Respekt und die Freundschaft zwischen uns wird bleiben», betonte Guidetti.