Ebola-Patient in Texas gestorben

Der Ebola-Patient in Texas ist gestorben. Das Krankenhaus bestätigte den Tod des 42-Jährigen. Der Patient hatte sich in Liberia mit Ebola infiziert, war aber erst in den USA daran erkrankt.

Ebola-Patient in Texas gestorben
Larry W. Smith Ebola-Patient in Texas gestorben

Bei dem Fall handelte es sich um die erste Ebola-Diagnose außerhalb Afrikas seit Beginn der aktuellen Epidemie. Andere Ebola-Patienten aus Westafrika waren eigens zur Behandlung in westliche Staaten geflogen worden.

Nach der Ebola-Infektion einer Pflegerhelferin in Madrid sind derweil Spanien und die EU Befürchtungen entgegengetreten, die Seuche könne sich auch in Europa ausbreiten. «Wir werden diese Situation überwinden», versprach Spaniens Ministerpräsident Mariano Rajoy.

In Brüssel erklärte der Sprecher von EU-Gesundheitskommissar Tonio Borg: «Die Ebola-Krise ist eine Krise, die sich in einigen afrikanischen Ländern abspielt.» Es sei sehr unwahrscheinlich, dass so etwas in Europa passiere. In Deutschland wird ein weiterer Ebola-Kranker zur Behandlung erwartet.

Auch drei Kolleginnen der infizierten spanischen Pflegehelferin sind inzwischen in die Isolierstation eines Madrider Krankenhauses eingewiesen worden. Sie hatten ebenfalls zu dem Team gehört, das zwei mit Ebola infizierte Geistliche behandelt hatte, und bekamen später leichtes Fieber. Eine Ebola-Infektion ist bei ihnen bislang aber nicht festgestellt worden.

Die Ebola-Risiken seien durch moderne Gesundheitssysteme beherrschbar, erklärte die Regionaldirektorin der Weltgesundheitsorganisation für Europa, Zsuzsanna Jakab. Allerdings bestehe für medizinisches Personal die Gefahr einer Ansteckung durch Fehlverhalten oder Pannen. Deshalb müssten alle Sicherheitsvorschriften genauestens befolgt werden.

Spaniens Regierungschef wies Kritik zurück: «Das spanische Gesundheitswesen ist eines der besten der Welt», sagte er im Parlament. Da bislang aber ungeklärt ist, wie es zu der Übertragung in der Madrider Klinik kam, breitete sich unter dem Personal Isolierstation Angst aus.

Der Internist Germán Ramírez, der die infizierte Pflegerhelferin behandelt, äußerte die Vermutung, die Infektion könne sich beim Ausziehen des Schutzanzuges ereignet haben. Die Ebola-Kranke habe eingeräumt, sich dabei mit den Schutzhandschuhen ins Gesicht gefasst zu haben.

In Deutschland soll in Kürze eine weiterer Ebola-Patient aus Afrika behandelt werden. Der UN-Mitarbeiter soll in das Klinikum St. Georg in Leipzig gebracht werden. Er werde Donnerstag aus Liberia eingeflogen, sagte der Sprecher des sächsischen Sozialministeriums, Ralph Schreiber. Zuvor waren zwei Ebola-Erkrankte nach Deutschland gebracht worden. Ein Arzt aus Uganda liegt derzeit in Frankfurt am Main auf einer Isolierstation. Ein Erkrankter aus dem Senegal wurde nach fünf Wochen Behandlung gesund aus einer Hamburger Klinik entlassen.

Eine Ausbildung von deutschen freiwilligen Helfern für den Einsatz in den Ebola-Regionen Westafrikas soll kommende Woche beginnen, teilte das Verteidigungsministerium mit. Von mehreren Tausend Bewerbern seien etwa 500 angeschrieben worden, die das Anforderungsprofil erfüllten. Die deutschen Helferteams sollen alle vier Wochen ausgetauscht werden. Die Bundeswehr will ihre Hilfsmission in der westafrikanischen Ebola-Region Mitte November starten.

Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) rief die Bevölkerung zu weiteren Geldspenden auf. Es bestehe noch immer großer Bedarf. Der Minister verwies auf die eigens eingerichteten Spendenkonten der großen Hilfsorganisationen: «Westafrika braucht unsere Hilfe bei der Schaffung weiterer Behandlungsmöglichkeiten für Patienten.»

In Sierra Leone spitzte sich die Lage durch einen Streik der zur Bestattung von Ebola-Toten eingesetzten Teams zu. Sie fordern eine bessere Bezahlung. Zahlreiche noch hochinfektiöse Leichen seien in Häusern sowie auf Straßen liegen gelassen worden, berichteten Augenzeugen.

Zudem häufen sich Beschwerden, wonach die Totengräber-Teams von Familien Geld dafür verlangen, dass sie deren gestorbene Angehörige abtransportieren. Die Regierung wies in einer Erklärung darauf hin, dass die Bestattung von Ebola-Toten für die Familien grundsätzlich kostenlos sei.

Ein Vertreter des Gesundheitsministeriums erklärte später im staatlichen Rundfunk, der Streit sei beigelegt worden. Auch im benachbarten Liberia haben Bestattungsteams geklagt, ihre Vergütung sei zu gering. In den drei am härtesten von der Epidemie betroffenen Ländern Liberia, Sierra Leone und Guinea sind mehr als 3400 Menschen an Ebola gestorben.

Derweil gab es in Spanien auch noch einen Streit um das Schicksal des Hundes der mit Ebola infizierten Pflegehelferin. Die Behörden ordenten die Tötung des Tieres an. Der Ehemann der Ebola-Kranken, der ebenfalls in eine Quarantäne-Station eingewiesen worden war, startete im Internet eine Kampagne zur Rettung des Tieres. Ein Madrider Gericht stellte den Behörden dennoch die Erlaubnis aus, die Wohnung zu betreten und den Hund einzuschläfern.