Ebola-Zwangsquarantäne für US-Helferin aufgehoben

Eine Krankenschwester in den USA hat sich als erste Betroffene erfolgreich gegen eine verhängte Zwangsquarantäne für heimkehrende Ebola-Helfer gewehrt. Die 33-Jährige wurde aus der Isolierung entlassen, nachdem sie sich heftig über die Bedingungen beschwert hatte.

Die Bundesstaaten New York und New Jersey, die die New Yorker Flughäfen John F. Kennedy und Newark verwalten, verteidigten die Zwangsquarantäne als nötig. Australien versucht, die Einschleppung des Erregers durch Einreiseverbote zu verhindern. In Tschechien drohen Erpresser mit dem Ebola-Erreger.

ZWANGSQUARANTÄNE: US-Krankenschwester Kaci Hickox war am Freitag aus Sierra Leone zurückgekommen und hatte sich beschwert, dass sie nach ihrem Hilfseinsatz stundenlang «verhört» und dann in einem Zelt vor der Universitätsklinik Newark untergebracht worden sei. Obwohl sie keine Symptome gezeigt habe und zwei Bluttests negativ gewesen seien, habe sie drei Wochen ohne Dusche und nur mit einem Chemieklo ausharren sollen. Die 21 Tage gelten als Inkubationszeit für Ebola. Alle Helfer, die von Westafrika kommend auf einem der internationalen Flughäfen New Yorks landen, müssen seit kurzem für drei Wochen in Quarantäne.

Hickox habe zugestimmt, bei ihrer Heimfahrt in den Bundesstaat Maine keine öffentlichen Verkehrsmittel zu nutzen, hieß es aus dem Büro von Gouverneur Chris Christie. Solange sie noch in New Jersey sei und auch in Maine werde sie ständig untersucht. Der Bundesstaat verteidigte seine Zwangsquarantäne: Die Frau sei in Westafrika ständig mit Ebola-Kranken zusammen gewesen und zurück in Amerika habe sie Fieber bekommen. Präsident Barack Obama befürchtet jedoch, die harte Regelung könnte Helfer abschrecken.

SCHULUNGEN: Deutschland und Frankreich wollen zur Bekämpfung der Ebola-Epidemie bei der Ausbildung von medizinischem Personal helfen. Beide Staaten wollen in Nigeria bis zu 200 medizinische Helfer schulen, die dann auch in den von Ebola betroffenen Ländern zum Einsatz kommen sollen. Das kündigten Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) und sein französischer Amtskollege, Laurent Fabius, bei einem Kurzbesuch in der nigerianischen Hauptstadt Abuja an. Laut offizieller Statistik gab es in Nigeria 20 Ebola-Fälle. Seit einer Woche gilt das Land als Ebola-frei.

HELFER: Im Kampf gegen die Epidemie in Westafrika werden nach Einschätzung des neuen EU-Hilfskoordinators Christos Stylianides dringend 4000 weitere Betten für die Behandlung von Infizierten benötigt. «Wir müssen von 1000 derzeit so schnell wie möglich auf 5000 kommen», sagte er in Brüssel. Pro Bett brauche es zudem acht Ärzte, Krankenschwestern und andere Helfer. «Das bedeutet, dass wir umgehend mindestens 40 000 Mitarbeiter mobilisieren müssen.» Nach Angaben der Generaldirektion für humanitäre Hilfe und Katastrophenschutz der EU-Kommission (Echo) wäre es ein guter Start, wenn 2000 bis 3000 Helfer aus Europa kämen.

EINREISEVERBOT: Australien stellt vorübergehend keine Einreisevisa für Menschen aus westafrikanischen Ländern aus, in denen die Epidemie ausgebrochen ist. Betroffen seien Sierra Leone, Liberia und Guinea, sagte Einwanderungsminister Scott Morrison nach Angaben des TV-Senders «ABC News». Ziel sei es, einer Ausbreitung der Seuche in Australien vorzubeugen. Zudem würden Visa, die Menschen aus den drei Ländern bereits bewilligt, aber noch nicht zugestellt worden seien, gestrichen. Menschen mit einem Dauervisum müssten 21 Tage in Quarantäne verbringen, bevor sie in Australien einreisen dürften.

ERPRESSUNG: Unbekannte Erpresser drohten der tschechischen Regierung mit der Verbreitung des Ebola-Virus. Falls der Staat nicht zahle, werde in der Bevölkerung Panik hervorgerufen, hieß es in einem Drohbrief. Ministerpräsident Bohuslav Sobotka verurteilte die Forderungen im Fernsehen und sprach von «Hyänen, die verständliche Ängste in der Bevölkerung ausnutzen» würden. Nach Angaben der Agentur CTK fordern die Erpresser eine Million Euro.