Ecuador kündigt Zollabkommen mit den USA

Ecuador kann nach Regierungsangaben über den Asylantrag Edward Snowdens erst entscheiden, wenn sich der Ex-Geheimdienstler auf ecuadorianischem Gebiet befinde.

Dies erklärte am Donnerstag in Quito die Staatssekretärin Betty Tola. Sie dementierte Berichte, dass Snowden einen gültigen Geleitschein Ecuadors erhalten habe.

Snowden sitzt seit Sonntag auf seiner Flucht vor der US-Justiz ohne gültigen Pass im Transitbereich des Moskauer Flughafens Scheremetjewo fest. Er hatte nach Erklärungen von Ecuadors Außenminister Ricardo Patiño Asyl im Andenland beantragt.

Ecuador verzichtete unterdessen «einseitig und unwiderruflich» auf Zollvergünstigungen in den USA, mit deren Annullierung Washington gedroht hatte, sollte das Land Snowden Asyl gewähren. Regierungssprecher Fernando Alvarado betonte, Ecuador werde nicht über Prinzipien verhandeln. Die Zollvergünstigungen seien den Andenstaaten als Kompensation für den Kampf gegen den Drogenanbau gewährt worden, aber mit der Zeit zum «Erpressungsinstrument» ausgeartet.