Ehefrau von Amazon-Chef bewertet Biografie ihres Mannes - bei Amazon

Die neue Biografie von Amazon-Chef Jeff Bezos (49) bekommt von seiner Ehefrau nur einen Stern als Bewertung - wegen «viel zu vieler Ungenauigkeiten». Die ihr bekannten Fehler stellten alle Beschreibungen in dem Buch in Frage, kritisierte MacKenzie Bezos, selbst eine Schriftstellerin.

Für ihre Rezension wählte sie die Bewertungs-Funktion bei Amazon. Ein Sprecher des Unternehmens bestätigte unter anderem dem «Wall Street Journal» am Montag, dass die Kritik tatsächlich von Bezos' Frau stamme.

Schon der tonangebende Einstieg des Buchs des Journalisten Brad Stone enthalte einen Fehler, schrieb MacKenzie Bezos. Dort heiße es, Jeff Bezos habe den Roman «Was vom Tage übrigblieb» von Kazuo Ishiguro gelesen und danach entschieden sein Leben umzukrempeln und Amazon zu gründen.

«Es ist ein guter Anfang und verwebt sich nett mit dem, was folgt. Aber es ist nicht wahr», erklärte die Ehefrau. Bezos habe das Ishiguro-Buch erst ein Jahr nach der Amazon-Gründung gelesen. Das Paar ist seit 20 Jahren verheiratet.

Außerdem schreibe der Autor oft «Bezos glaubte» oder «Bezos wollte» - ohne dass er es wirklich wissen, kritisierte MacKenzie Bezos. Der Amazon-Gründer hatte sich nicht für die Biografie befragen lassen.

Das Buch stelle die Amazon-Kultur und Bezos' Rolle einseitig negativ dar, beklagte die Ehefrau. Autor Stone konterte, Spannungen und Konflikte hätten Amazon aus seiner Sicht stärker geprägt als «Momente langweiliger Harmonie».

Eventuelle Fehler wolle er korrigieren - sie seien schwer ganz zu verhindern, wenn man ein derartiges Buch ohne volle Kooperation des Unternehmens schreibe. Er habe mit über 300 Menschen gesprochen, betonte Stone. Bei der Recherche hatte er unter anderem Bezos' biologischen Vater ausfindig gemacht. Bezos war als kleines Kind adoptiert wurden. Sein biologischer Vater wusste nicht, dass sein Sohn der Amazon-Gründer ist.