Ehen in Deutschland halten länger - weniger Scheidungen

Ehen in Deutschland halten länger, und die Zahl der Scheidungen sinkt: 163 335 Ehen sind 2015 offiziell auseinander gegangen, das waren 1,7 Prozent weniger als im Jahr zuvor.

Ehen in Deutschland halten länger - weniger Scheidungen
Patrick Pleul Ehen in Deutschland halten länger - weniger Scheidungen

Niedriger war die Zahl der Scheidungen zuletzt vor mehr als 20 Jahren (1993: 156 425). Aber nicht nur die absolute Zahl ist gesunken. Zugleich halten die Ehen länger, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte.

Die 2015 geschiedenen Paare waren im Durchschnitt fast 15 Jahre verheiratet. 25 Jahre zuvor waren es nur 11,5 Jahre. Am höchsten ist die Zahl der Scheidungen nach wie vor im sprichwörtlich verflixten siebten Jahr. Dann haben die Ehepaare aber bereits mindestens ein Jahr getrennt gelebt.

Von 10 000 Ehen wurden im vergangenen Jahr 91 geschieden, eine weniger als 2014. Spitzenreiter war Bremen (110 Scheidungen), Schlusslicht Mecklenburg-Vorpommern (73).

Geht jede dritte Ehe in die Brüche? Von den in den vergangenen 25 Jahre geschlossenen Ehen wurden fast vier von zehn (39,3 Prozent) geschieden, wie die Statistiker errechnet haben.

Der Altersdurchschnitt der frisch Geschiedenen stieg in den vergangenen 25 Jahren um fast acht Jahre. Die Männer hatten 2015 im Durchschnitt ihren 46. Geburtstag schon hinter sich, die Frauen waren 43 Jahre alt.

Von der Trennung ihrer Eltern waren 2015 rund 132 000 Kinder und Jugendliche betroffen. Mehr als jedes zweite geschiedene Paar hatte minderjährige Kinder.