«Ein schöner Nachmittag»: Darmstadt gewinnt Aufsteigerduell

Mit dem zweiten Heimsieg der Saison hat der SV Darmstadt 98 einen großen Schritt in Richtung Klassenverbleib gemacht, am Ziel sehen sich die «Lilien» aber noch nicht.

«Ein schöner Nachmittag»: Darmstadt gewinnt Aufsteigerduell
Arne Dedert «Ein schöner Nachmittag»: Darmstadt gewinnt Aufsteigerduell

«Das war heute ein schöner Nachmittag, mehr nicht. Von einem Meilenstein würde ich nicht sprechen», sagte Darmstadts Stürmer Sandro Wagner nach dem 2:0 (0:0) im Aufsteigerduell gegen den FC Ingolstadt. Auch Trainer Dirk Schuster wollte nach dem Erfolg, durch den sein Team auf Platz zehn der Tabelle in der Fußball-Bundesliga sprang, nichts von der Rettung wissen. «Die Ergebnisse sind trügerisch», mahnte Schuster.

Doch der verdiente Erfolg gegen Ingolstadt war für die 98er ein ganz großer Schritt auf dem Weg zu einer weiteren Saison im Oberhaus. Der Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz, den ausgerechnet Lokalrivale Eintracht Frankfurt belegt, beträgt bereits acht Punkte. Auch von Werder Bremen auf dem Relegationsplatz hat sich der Aufsteiger bereits vier Zähler abgesetzt. «Das war ganz wichtig heute», sagte daher Konstantin Rausch.

Der Flügelflitzer hatte den ersten Heimerfolg seit September des vergangenen Jahres in der 51. Minute eingeleitet. Torjäger Wagner machte fünf Minuten vor dem Ende vor 15 600 Zuschauern alles klar. Die Fans feierten ihr Team nach dem Schlusspfiff dermaßen lautstark, als sei das Saisonziel bereits erreicht. Doch Schuster gab den Mahner. «Eines weiß ich sicher, 35 Punkte werden nicht reichen.»

Für den FC Ingolstadt war es nach den beiden Siegen gegen den FC Schalke 04 und Borussia Mönchengladbach ein kleiner Rückschlag. «Wir haben ein paar Prozent weniger gebracht, das war ausschlaggebend», sagte Trainer Ralph Hasenhüttl. Überbewerten wollte er die Niederlage aber nicht. «Wir haben ein Spiel verloren, mehr nicht.»

Zu seiner eigenen Person wollte Hasenhüttl nichts sagen. «Ich denke, das ist hier nicht das Thema», meinte der Österreicher nur. Während der Woche war bekannt geworden, dass er Gespräche unter anderem mit RB Leipzig geführt hatte. Dies hatte im Vorfeld für Unruhe gesorgt. Ausschlaggebend für den Ausgang des Spiels sei dies aber nicht gewesen, sagte Hasenhüttl. «Noch bin ich nicht weg.»

Das Aufeinandertreffen der beiden Aufsteiger verlief genau so, wie es vor der Partie alle erwartet hatten. «Es war das von mir vorhergesagte schwere Spiel, das schwerste der Saison für uns», meinte Darmstadts Coach Schuster. «Ekelig», «unangenehm», «schwer zu spielen» - die Attribute der anderen 16 Erstligisten zu den beiden Aufsteigern sind seit Beginn der Saison immer die gleichen. Beide Teams kommen über den Kampf, beide Trainer setzen auf eine starke Defensive und eine strenge Grundordnung.

Und was die Zuschauer im Stadion am Böllenfalltor zu sehen bekamen, hatte mit fußballerischer Finesse in der Tat nicht viel zu tun. Viele Zweikämpfe, viele Fouls, viele Ballverluste, kaum Spielfluss. Es war ziemlich harte Bundesliga-Kost, die im Duell der beiden Überraschungsteams geboten wurde.

Erst nach der Pause nahm die Partie Fahrt auf. Sechs Minuten nach dem Seitenwechsel brachte Rausch die «Lilien» nach schönem Doppelpass mit Wagner in Führung, stand zuvor wie Passgeber Wagner aber wohl zunächst im Abseits. Nun waren die Gäste gefordert. Doch Max Christiansen (59.) und Lezcano (65.) scheiterten am guten Christian Mathenia im Tor der Gastgeber. Wagner machte dann per Kontertor alles klar.