Ein zerstörtes Lebenswerk: Ende nach 6331 Tagen

Auf Reisen in die USA oder in sonstige westliche Länder hat Joseph Blatter bereits seit geraumer Zeit verzichtet, nun bleibt ihm sogar die Tür seines geliebten Home of FIFA auf dem Zürichberg versperrt.

Die FIFA-Ethikkommission - Blatter hatte das Gremium einst selbst auf den Weg gebracht - sperrte den 79-Jährigen für acht Jahre von allen Fußballtätigkeiten.

Aus und vorbei. 6331 Tage thronte Blatter als Präsident des Weltverbandes, ehe er am 8. Oktober suspendiert wurde. Der Machtmensch baute sich seit der skandalumwitterten Wahl 1998 sein eigenes Reich und entwickelte die FIFA zu einem Milliarden-Betrieb. Schon 1975 war Blatter zur FIFA gekommen, erst war er für Entwicklungsprogramme zuständig, dann als Generalsekretär und schließlich als Präsident tätig.

Die FIFA war Blatters Lebenswerk. Zahlreiche Skandale rund um den Verband hatte er - wie auch immer ihm dies gelang - unbeschadet überstanden. Schon kurz nach seiner Wahl 1998 waren Berichte über mit Dollarnoten prall gefüllte Briefumschläge im FIFA-Hotel für afrikanische Funktionäre aufgekommen.

Auch der ISL-Skandal konnte Blatter nicht aus dem Amt spülen. Am Ende stolperte der 79-Jährige doch noch. Eine dubiose Zwei-Millionen-Franken-Zahlung an UEFA-Boss Michel Platini aus dem Jahr 2011 wurde ihm zum Verhängnis.

An seinen Posten hatte sich Blatter stets geklammert. Erst als der Druck der Behörden zu groß wurde und zahlreiche Getreue festgenommen wurden, kündigte Blatter seinen Rücktritt an. Am 26. Februar wollte er auf dem FIFA-Kongress seinen Thron räumen und sich dabei von den Mitgliedern noch einmal feiern lassen. Dazu wird es wohl nicht mehr kommen.