Eine Atom-Einigung hilft auch Deutschland

Mit einem Abkommen über das iranische Atomprogramm sind absehbar weitere positive Effekte verbunden. Dazu zählen - nach der Aufhebung von Sanktionen - vor allem ein erhoffter wirtschaftlicher Aufschwung im Iran und viele Aufträge für Firmen auch aus dem Westen.

Eine Atom-Einigung hilft auch Deutschland
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Unternehmen aus Frankreich, Italien und Deutschland sind hochinteressiert. Die Bundesrepublik war lange einer der wichtigsten Handelspartner und auch High-Tech-Lieferanten des Iran. Das einzige iranische Atomkraftwerk - das AKW Buschehr im Süden des Landes - wurde nach Plänen von Siemens und AEG-Telefunken gebaut. «Made in Germany» ist im Iran hoch angesehen, in vielen Fabriken stehen deutsche Maschinen, die überholt oder ausgetauscht werden müssen.

So hofft neben den Konzernen auch der deutsche Mittelstand auf gute Geschäfte mit der Islamischen Republik und ihren 75 Millionen Einwohnern. Zu Zeiten der westlichen Wirtschaftssanktionen haben vor allem China, Russland und die Türkei Geschäfte mit Teheran gemacht.

Darüber hinaus ist der Iran auch aus geostrategischer Sicht ein potenziell interessanter Partner. Innerhalb des von vielen politischen Unruhen erschütterten Nahen und Mittleren Ostens ist der Iran trotz interner Querelen relativ stabil. Zwar unterstützt der Iran die radikal-islamische Hisbollah im Libanon und das syrische Regime von Machthaber Baschar al-Assad, aber im Kampf gegen den Islamischen Staat (IS) gibt es gemeinsame Interessen von Washington und Teheran.

Nach 35 Jahren erbitterter Feindschaft zwischen dem Iran und den Vereinigten Staaten müssen beide Seiten aber erst noch Vertrauen aufbauen, um weitere politische Projekte in Angriff nehmen zu können.