«Eine harte Schlacht»: Bamberg entthront ALBA im Pokal

Schon Minuten vor der Schlusssirene stimmten die Bamberger Fans die ersten «Finale»-Gesänge an. Die Brose Baskets haben ALBA Berlin eine empfindliche Niederlage zugefügt und den Pokal-Hattrick des müden Erzrivalen frühzeitig verhindert.

«Eine harte Schlacht»: Bamberg entthront ALBA im Pokal
Carmen Jaspersen «Eine harte Schlacht»: Bamberg entthront ALBA im Pokal

Im ersten Halbfinale bezwangen die Franken den Hauptstadtclub in Oldenburg unerwartet deutlich mit 86:65 (44:30) und stehen erstmals seit 2012 wieder im Endspiel.

«Wir haben es ausgenutzt, dass ALBA zwei Tage zuvor ein schweres Spiel hatte», sagte Bambergs Coach Andrea Trinchieri mit Blick auf das Euroleague-Aus der Berliner am Donnerstag. Auch Nationalspieler Elias Harris zollte dem unterlegenen Gegner Respekt für «eine harte Schlacht».

Am Sonntag (14.00 Uhr/ZDF) trifft das Team von Trinchieri auf den Sieger der Partie zwischen Oldenburg und Bonn und hofft auf den vierten Triumph im BBL-Pokal. Bester Werfer der Franken war der überragende US-Aufbauspieler Bradley Wanamaker mit 22 Punkten.

Zwei Tage nach der kräftezehrenden Niederlage gegen Maccabi Tel Aviv war dem Pokalsieger der vergangenen beiden Jahre aus Berlin die Müdigkeit deutlich anzumerken, Marko Banic und Leon Radosevic kamen als ALBA-Topscorer auf jeweils elf Zähler. «Bamberg hatte es mehr verdient, wir waren körperlich und mental leer», sagte Trainer Sasa Obradovic. «Wenn wir sie in der Zukunft treffen, wird es ein ganz anderes Spiel. Das verspreche ich.»

Wie schon gegen Tel Aviv kam ALBA zunächst mit der physischen Spielweise des Kontrahenten nicht zurecht und zeigte ungewohnte defensive Nachlässigkeiten. Vor allem den quirligen Wanamaker bekam die Mannschaft von Coach Sasa Obradovic nicht in den Griff.

Beim Stand von 4:9 nahm der tobende Obradovic eine Auszeit, das 6:16 durch einen krachenden Dunk von Trevor Mbakwe nahm der Serbe nur noch ungewohnt stoisch zur Kenntnis. Anfang des zweiten Abschnitts forderten die Berliner Fans mit Gesängen größeren Kampfeinsatz ihres Teams, doch weiter jubeln durften vor allem die frenetischen Bamberger Anhänger. Nachdem ALBA in einer Schwungphase auf 28:32 verkürzt hatte, zog der dreimalige BBL-Pokalsieger aus Franken zur Pause auf 14 Punkte Vorsprung davon.

Wie schon gegen Tel Aviv enttäuschten die Anführer Jamel McLean und Reggie Redding in den ersten 20 Minuten - doch ALBA kam mit einer anderen Einstellung aus der Kabine. Fast fünf Minuten blieb Bamberg ohne Korberfolg und musste nach einem 2:14-Lauf noch einmal zittern.

Nach der Schwächeperiode fing sich Bamberg allerdings wieder. Mit der Schlusssirene des dritten Viertels dunkte Mbakwe über Leon Radosevic zum 62:53, die Dreier zum Beginn des vierten Viertels von Ryan Thompson und Nationalspieler Elias Harris entmutigten Berlin endgültig. Statt des erhofften Krimis wurden die letzten Minuten zum Bamberger Schaulaufen.