Einsatz der Polizei macht Taksim-Platz zum Schlachtfeld

Der Großeinsatz der türkischen Polizei gegen die Demonstranten auf dem Taksim-Platz hat die Lage nach zehn Tagen friedlicher Proteste dramatisch verschärft.

Schwer gerüstete Einsatzkräfte attackierten am Abend zehntausende Demonstranten, die sich auf dem Platz und in umliegenden Straßen versammelt hatten, berichteten Augenzeugen. Der türkische Nachrichtensender NTV sprach vom Taksim-Platz als einem «Schlachtfeld».

Die Polizei feuerte Tränengas in die Menschenmenge, das in Schwaden über den Platz zog. Notarztwagen transportierten am Abend Verletzte ab. Wie viele es waren, blieb zunächst unklar. Auf Fernsehbildern waren Demonstranten zu sehen, die verletzte oder kollabierte Protestierer vom Platz schleppten. In einem Hotel wurde eine improvisierte Aufnahmestation für Verletzte eingerichtet.

Der Gouverneur von Istanbul, Hüseyin Avni Mutlu, erklärte am Abend, kleine Gruppen hätten die Polizei angegriffen, obwohl sich diese an den Rand des Platzes zurückgezogen habe. Er forderte die Bürger auf, sich von den Demonstrationen fernzuhalten.