Eisbären und Haie sollen stärker geschützt werden

Der Eisbär und mehrere Haiarten können demnächst mit mehr internationalem Schutz rechnen. Diese und andere Tiere wurden auf der 11. UN-Konferenz über die Konvention zur Erhaltung wandernder wildlebender Tierarten (CMS) in die Schutzlisten des Abkommens aufgenommen.

Von 32 vorgeschlagenen Tierarten wurde in Ecuadors Hauptstadt Quito allein der Antrag für den Löwen zurückgezogen, der innerhalb der afrikanischen Länder umstritten war. Bei den Seidenhaien bestanden indessen Einwände von Chile und Peru, über die bei der endgültigen Abstimmung zum Konferenzabschluss am Sonntag entschieden werden muss.

«Dies ist ein historischer Erfolg im Haischutz», erklärte der Nachrichtenagentur dpa Ralf Sonntag, vom Internationalen Tierschutzfonds (IFAW) am Donnerstag. Es gebe jetzt auch für die vom Aussterben bedrohten Mantas, Teufelsrochen und Sägerochen eine reelle Chance zum Überleben.

Auch der Vorschlag der EU, dem vom Unterwasserlärm der Erdölerkundung bedrohten Cuvier-Schnabelwal im Mittelmeer den höchsten Schutzstatus zukommen zu lassen, wurde einstimmig für die Beschlussfassung empfohlen. Unter den Zugvögeln fand der von der EU eingebrachte Antrag zur Aufnahme der sehr gefährdeten Blauracke ebenfalls ungeteilte Unterstützung.

Heftigen Streit gab es indessen um die vom CMS-Sekretariat vorgeschlagenen Verfahren, wie Mitgliedstaaten dazu gebracht werden können, die bedrohten Tierarten auch tatsächlich zu schützen. Solche Mechanismen seien zeit- und kostenaufwendig, beanstandete die EU. Die Schweiz sagte dagegen zusätzliche Etatgelder zu diesem Zweck zu.

«Der Widerstand der EU gegen die Entwicklung eines Prüfverfahrens über die Umsetzung von Konventionsbeschlüssen steht in totalem Widerspruch zu Artenschutzmaßnahmen», erklärte in Quito Nicolas Entrup, Sprecher der Organisationen OceanCare. Artenschutz dürfe kein Lippenbekenntnis sein, sondern erfordere effektive Mechanismen. Auch in dieser Frage soll eine Entscheidung am Sonntag gefällt werden.